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Arbeitswelt

Vertrauenskrise: Nur noch 21 Prozent glauben an ihre Führungskräfte – Die Fehler der Chefs

Führungskraft
© Pexels/pixabay
Vertrauen ist die Grundlage jeder funktionierenden Beziehung – besonders im Arbeitsumfeld. Doch aktuelle Zahlen zeigen einen drastischen Vertrauensverlust gegenüber Führungskräften: Nur noch 21 Prozent der deutschen Beschäftigten vertrauen ihrer Führung uneingeschränkt – 2019 waren es noch 49 Prozent. Diese Entwicklung ist mehr als ein Stimmungstief, sie offenbart ein strukturelles Führungsproblem. Offenbar vergessen viele Chefs in Krisenzeiten, worauf es heute ankommt.

Offenbar haben die meisten Führungskräfte die Zeichen der Zeit nicht erkannt. Sie vernachlässigen angesichts der Wirtschaftskrise die Prinzipien guter Unternehmensführung. Unter dem Eindruck sinkender Wettbewerbsfähigkeit oder schrumpfender Umsätze vergessen viele der Chefs, dass sie ohne ihre Mitarbeiter nicht auskommen und die Krise auch irgendwann wieder vorbei ist. Anders lässt sich die Vertrauenskrise am Arbeitsmarkt nicht erklären. Nach der Krise zeigt sich, wer aus der Belegschaft dem Unternehmen treu bleibt. Denn der Fach- und Arbeitskräftemangel ist längst noch nicht überwunden.

Der Mensch in den Mittelpunkt

Vertrauen lässt sich nicht durch Anweisungen oder Managementprozesse erzeugen. Es entsteht durch echte Nähe, durch nachvollziehbare Kommunikation und durch Führung, die den Menschen in den Mittelpunkt stellt. Doch genau das scheint in vielen Unternehmen verloren gegangen zu sein. Statt menschlicher Präsenz dominieren in Krisenzeiten Zahlen, Pläne und Strategien, wie Fred Eichwald vom Fachblog arbeitsABC schreibt.

Führungskräfte würden oft abwesend wirken – emotional und zwischenmenschlich. Mitarbeitende fühlen sich demnach nicht gesehen, nicht gehört und ziehen sich emotional zurück. Die Folge: 78 Prozent der Beschäftigten würden sich nicht mehr mit ihrer Arbeit verbunden fühlen. Dienst nach Vorschrift werde zur Norm.

Präsent und ansprechbar

Vertrauen zeigt sich im Alltag – nicht in Workshops oder Events. Es entstehe durch gelebte Werte: durch Zuverlässigkeit, Ehrlichkeit, zeitnahe Rückmeldungen und das Eingeständnis eigener Unsicherheiten oder Fehler. Eine Führungskraft müsse heute nicht perfekt sein – aber authentisch, präsent und ansprechbar. Menschen würden nicht Plänen folgen, sondern Persönlichkeiten, denen sie vertrauen können.

Die Zahlen von Gallup verdeutlichen laut Eichwald die Konsequenzen: Fehlendes Vertrauen führt zu geringer Loyalität, sinkender Leistungsbereitschaft und Innovationsmüdigkeit. Nur noch die Hälfte der Beschäftigten sehe sich in einem Jahr beim selben Arbeitgeber, langfristig wollen gar nur 34 Prozent bleiben. Das ist nicht nur eine Herausforderung für HR, sondern ein Weckruf an die Führung.

Ohne Vertrauen keine echte Führung

Führung ist immer Beziehungsarbeit – und jede Beziehung lebt von Vertrauen. Wer dieses Vertrauen wieder aufbauen wolle, müsse sich bewusst mit der eigenen Haltung, Kommunikation und Präsenz auseinandersetzen. Es reiche nicht, erreichbar zu sein – man müsse auch wirklich da sein, so der Bericht. Nur dann könne ein Team entstehen, das mitzieht, mitdenkt und sich mit dem Unternehmen verbunden fühlt. Denn ohne Vertrauen gebe es keine echte Führung – und kein funktionierendes Team.

Wolfgang Huber/ChatGPT

Zum Ausgangsartikel: Nur noch 21 Prozent: Vertrauen in Führungskräfte bricht dramatisch ein (arbeitsABC)

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