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Arbeitswelt

Europa-Park-Technikerin Anais Bridel: „Ich bekomme mit dem Luft-Yoga meinen Kopf frei“

Anais Bridel
© Martin Ullrich
Anais Bridel ist eine aktive und sportliche Mitarbeiterin bei der Betriebstechnik des Europa-Park-Ressorts Rust. In der Wasserwelt Rulantica kontrolliert die ehemalige Turnerin jeden Morgen die Rutschen und Attraktionen, bevor sich die Gäste ins nasse Vergnügen stürzen dürfen. Auch in ihrer Freizeit ist sie sehr aktiv und sucht nach Action, unter anderem beim Luft-Yoga. Unser Korrespondent Martin Ullrich traf sich mit ihr zum Interview. Dabei verrät sie auch, was für einen ungewöhnlichen Mitbewohner sie hat.

Von Martin Ullrich

Meter für Meter tastet die 36-jährige Französin aus Riquewihr mit den Händen die Rutschen in der Rulantica Wasserwelt des Europa-Parks nach Kratzern und Löchern ab, denn die Attraktionen sollen für die Gäste sicher sein. Aber nicht nur ihr Job ist körperlich anstrengend – auch privat geht sie aktiven Hobbys wie Motorradfahren (Bei gutem Wetter fährt sie auch eine Stunde zur Arbeit, die um 6 Uhr beginnt), tanzen, Fitness-Studio und Luft-Yoga nach. Bridel war früher im Gerät-Turnen aktiv, hat 18 Stunden pro Woche trainiert. Zu Buche steht eine französische Meisterschaft im Team-Gym im Mai 2018. Sie sieht eine gute Verbindung zwischen Sport und Beruf.

Zu ihren Arbeitsaufgaben gehört es in erster Linie die Silikonfugen der Rutschen zu überprüfen, ob sie noch glatt sind und ob Risse zu finden sind, wo man sich verletzen könnte. Gesucht werden auch kleine Kratzer und Löcher. Es gilt, überall aufzupassen, aber besonders bei den Rutschen ohne Reifen, also dort, wo die Rutsche direkten Körperkontakt hat. Wenn die Technik durch ist, heißt es „Wasser marsch!“ Dann testen die Operatoren alles mit Wasser. Zu diesem Zeitpunkt, gerne nach einer Tasse Kaffee, heißt es für Anais und ihr Team: Filter kontrollieren und mit der Stahlbürste putzen. Im Keller gibt es auch drei tägliche Messungen von ph-Wert und von Chlor.

Interview mit Anais Bridel

Ortenau Journal: Wie ist die Aufgabenverteilung in deinem Team?

Anais Bridel: Wir verstehen uns im Team sehr gut, jeder hat sein Fachgebiet, ich bin Elektrikerin. Es gibt auch Schlosser und Sanitärspezialisten. Wir machen aber eigentlich alles. Ich organisiere gerne, mache Bedienungsanleitungen und Pläne, und ich bin stolz, dass alles funktioniert, auch ein wenig wegen mir. Jeder Tag ist anders, aber die Magie in Rulantica ist immer da.

Ortenau Journal: Was für eine Ausbildung hast du gemacht?

Anais Bridel: Ich habe Elektrotechnik gelernt, aber Nichts gefunden, nach einer Pause war ich dann Tierarzthelferin, danach habe ich zwei Jahre im Affenberg gearbeitet, dann habe ich gesehen, dass in der Industrie jetzt mehr Frauen arbeiten als früher.

Ortenau Journal: Wie bist du zum EP gekommen?

Anais Bridel: Ich habe zunächst im Europa-Park nach einem Praktikum in der Elektronikabteilung geschaut. Sie suchten nämlich nach Elektrikern für die Wasserwelt und ich wurde einfach gefragt, ob mich das interessieren könnte. Nach einem Gespräch und einem Probetag auf der damaligen Baustelle von Rulantica habe ich zugesagt. Für mich war sehr interessant, in der Wasserwelt zu arbeiten und von Anfang an dabei zu sein, also schon ab dem Bau.

Ortenau Journal: Bist du die einzige Frau im Team?

Anais Bridel: Ja ich bin bislang die einzige Frau im Team.

Ortenau Journal: Hast du noch andere Franzosen als direkte Arbeitskollegen?

Anais Bridel: Ja es gibt noch einen französischen Landsmann im Technik-Team.

Ortenau Journal: Welches ist deine Lieblingsrutsche?

Anais Bridel: Mein Lieblingsrutsche ist die Mattenrutsche Vikinkgløp.

Ortenau Journal: Geht es nach Feierabend nach Hause oder rutschen?

Anais Bridel: Das kommt tatsächlich eher selten vor, dass ich noch rutschen gehe, da ich privat noch vielen anderen Aktivitäten nachgehe.

Ortenau Journal: Auch mal privat im Europa-Park / Lieblingsattraktion?

Anais Bridel: Ja ich gehe gerne privat in den Park und meine Lieblingsattraktion ist der Multi Launch Coaster Voltron Nevera powered by Rimac, ich mag das Adrenalin!

Ortenau Journal: Was gehört du deiner Arbeitskleidung?

Anais Bridel: Knieschutz (Handball), Wasserschuhe, Badehose, Klettergeschirr zum sicheren Abseilen in den trockenen Röhren, und wenn wir die Rutschen kontrollieren, kommt noch die Stirnlampe dazu, sonst ganz normale Technikklamotten und das Werkzeug.

Ortenau Journal: Was machst Du zum Abschalten?

Anais Bridel: Ich mache Luft-Yoga, weil ich es mag, auch mal untypische Sachen zu machen. Außerdem hilft es gegen den Stress, den es manchmal auf der Arbeit in Rust gibt. Ich bekomme mit dem Luft-Yoga meinen Kopf frei. Meine Trainerin sagte, dass Luft-Yoga wie das irdische Yoga ist, nur dass man an Tüchern hängt. Es bietet die gleichen Vorteile wie Yoga am Boden, nur mit kleinen Extras vor allem im Bereich des Rückens und der Wirbelsäule. Angeboten werden zwei Kurse, einer für Anfänger und der sehr sportliche, dynamische Kurs. Ich trainiere jetzt seit mehreren Jahren mit den Luftringen, bei einem Luftyoga-Probekurs im Studio war ich sofort hin und weg.  Ich bin gerne in der Luft.

Ortenau Journal: Warum sammelst du Einhörner und keine anderen Stofftiere?

Anais Bridel: Weil es etwas Außergewöhnliches und es ein bisschen magisch ist. Ich liebe Einhörner. In meiner Wohnung habe ich bereits eine große Sammlung, viele Leute haben mir die süßen Stofftierchen geschenkt. Einen besonderen Mitbewohner gibt es auch noch: Tweekaz, ein Frettchen, benannt nach einer Musikgruppe. Tweekaz ist auch heute noch in guter Form. Ich war vor einigen Jahren Tierarzthelferin und habe dieses Tier entdeckt, das genau zu meinem Lebensstil passt.

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