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Rhein trifft Rebe: Ein WDR-Autor verkostet den „Schwarzer Sepp“ von Weingut Börsig

Wein von Weingut Börsig
© Markus Spiller
Ein Rheinländer testet badischen Wein – kann das gut gehen? Markus Spiller, Grafiker beim WDR und Weinblogger, hat den „Schwarzer Sepp“ vom Weingut Börsig in Oberkirch verkostet. Wie kam es dazu? Ein Silvestertreffen in der Oberkircher Altstadt, ein paar Bier, eine Weinleidenschaft und eine spontane Idee führten zu dieser besonderen Rezension. Ob der badische Tropfen überzeugt oder vielleicht sogar eine diplomatische Krise auslöst? Lest selbst, was ein Iserlohner in Köln über Oberkircher Wein denkt!

In dem heutigen Artikel geht es um einen Rheinländer, der zu Silvester bei seinem langjährigen Freund Andi Weide in Oberkirch zu Gast war und den ich bei der Gelegenheit kennenlernen durfte. Markus – so sein Name – ist zufällig ein Medienkollege und arbeitet als Freelancer beim WDR. Nach dem zweiten oder dritten Bier und einem Gespräch über die Weinliebhaberei von Markus und seinen ansprechenden Weinblog, kam mir die Idee: Ich schicke ihm eine Flasche Rotwein eines Oberkircher Weinguts an seinen Wohnort nach Köln, über deren Verkostung er dann seine Eindrücke zu Papier bringt. So wie er es seit einiger Zeit mit ganz vielen Weiß- und Rotweinen tut und die treffenden Analysen über die edlen Tropfen online veröffentlicht.

„Was denkt ein Rheinländer über badischen Wein?“

Es freut mich, heute die Rezension von Markus Spiller über den „Schwarzer Sepp“ vom Weingut Börsig in Oberkirch-Niederlehen präsentieren zu dürfen. Sozusagen eine Weltpremiere. Das Motto: „Was denkt ein Rheinländer über Badischen Wein?“ Die anfänglichen Bedenken, das Unterfangen könnte eine diplomatische Krise zwischen zwei Regionen nach sich ziehen – die Unterschiede machen sich ja schon in den Biertraditionen bemerkbar – haben sich dann aber rasch zerstreut. Aber seht selbst. Sehr lesenswert!

Von Markus Spiller

Man kann alles Mögliche über Weine schreiben. Abgesehen von blumigen Geschmacks­umschrei­bungen lässt sich viel über Herkunft, Anbaugebiet, Rebsorten und mehr erzählen. Meine Zusammen­fassungen bestehen aus rein subjektiven Wahr­neh­mungen und einem Halbwissen, das jeder Expertise hinsichtlich erworbener Titel oder Ausbildungen im Wein-Business entbehrt. Dafür gibt es hier kleine, hoffentlich unter­haltsame und kurzweilige Wort­beiträge eines Wein­trinkers, der schon seit 30 Jahren probiert und jetzt auch darüber schreibt.

Die in meinem Blog besprochenen Weine stammen zu 90% aus wechselnden Einkäufen im Rewe, Aldi, Netto, Lidl, Handelshof, aus Bestellungen auf diversen Weinportalen im Netz oder einfach aus einem Weinladen. Hab ich aber immer angegeben. Have Fun.

Hohe Erwartungshaltung

Der ‚Schwarzer Sepp‘ steht auf dem Tisch, hat den nicht ganz so weiten Weg vom Schwarzwald ins Rheinland bewältigt und 2 Kollegen mitgebracht, einen Weißburgunder und einen Syrah, alle drei vom Weingut Börsig aus Oberkirch. Ich bin also reich beschenkt worden und habe durch den bereits verkosteten Weißburgunder, der mir ganz ausgezeichnet geschmeckt hat, vielleicht schon eine zu hohe Erwartungshaltung an diese Rotwein-Cuvée. Es handelt sich um eine Mischung aus Cabernet Mitos und Spätburgunder.

Und obwohl es sich bei der Letztgenannten nicht gerade um meine Lieblingsrebe handelt, bin ich aufgrund der ersten Erfahrung schon mal sehr positiv gestimmt. Aber ran ans Werk. Beim Einschenken fällt direkt ein kräftiges, tiefes Rot sowie ein ausdrucksstarker Geruch auf. Das wird kein zurückhaltendes Geplänkel, soviel steht fest. Der Wein riecht würzig, beerig, nach Schinken und noch mehr nach Leder. Nichts Untypisches, nichts Spektakuläres, es kann quasi noch alles passieren.

Mehr Pfeffer als Beere

Aufgrund der Würze bekomme ich ein wenig Angst vor bitteren Tanninen, schwenke noch ein bisschen und rieche nochmal ins Glas. Wirklich sehr kräftig, mittlerweile mehr Pfeffer als Beere. Aber alles rumphilosophieren nützt nichts. Das Zeug muss rein.“ Und…? – Hm, gut. Sogar richtig gut, wie erwartet kräftig, aber nicht ohne Eleganz. Würzige Noten vereinen sich mit durchaus samtigen, beerigen Aromen zu einem wirklich schönen Ganzen.

Ich weiß nicht, ob es passt, kombiniere das Ganze mit Wok-Gemüse, Mie-Nudeln und ein wenig Lektüre über das Weingut Börsig. Ein illustrer, bunter Haufen, der sehr sympathisch wirkt. Sie machen Wein aus Leidenschaft, sagen sie. Und ich muss ihnen recht geben, spätestens der zweite Schluck überzeugt mich vollends. Der Wein ist ausgewogen, hat eine angenehme Säure, die den Restzucker gut auffängt und schmeckt einfach rund.

Schlägt jeden Bordeaux

Nach dem Abgang bleibt noch etwas Geschmack im Mund und regt an, direkt nachzulegen. Ich glaube, bei diesem Wein lohnt es sich absolut, ihn vorher ein wenig länger atmen zu lassen, als ich das jetzt getan habe, denn er wird mit jeder Minute besser. Fazit: ein süffiger, kraftvoller Wein mit einer schmelzigen, samtigen Komponente, die ihm Niveau verleiht und ihn einfach komplex und lecker schmecken lässt. Kann sich absolut mit den Kollegen aus dem Mittelmeerraum messen und schlägt jeden Bordeaux in dieser Preisklasse um Längen.

Also, ab in den Shop vom Weingut Börsig, bestellen, öffnen, etwas atmen lassen und genießen!

Restzucker: 0,9 g/l – Säure: 7,5 g/l – Alk. 13,5 %vol.

Internet:

Website Online-Shop Weingut Börsig

Website news AUS DEM weinglas – Weinblog von Markus Spiller

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