Das Betrachten von Naturvideos verringert die Verarbeitung von Schmerzsignalen im Gehirn. Das ergab eine Studie der Universität Wien. Diese Erkenntnis könnte neue Wege in der nichtmedikamentösen Schmerztherapie eröffnen, wie das österreichische News-Portal Der Standard schreibt. Bereits in den 1980er-Jahren hatte der Umweltpsychologe Roger Ulrich festgestellt, dass Krankenhauspatienten mit Blick auf Grünflächen schneller genesen und weniger Schmerzmittel benötigen würden. Die genauen Mechanismen hinter diesem Phänomen seien jedoch lange unklar geblieben.
Subjektive Wahrnehmung bestätigt
Um den Einfluss von Natur auf die Schmerzverarbeitung zu erforschen, habe ein internationales Forschungsteam unter der Leitung von Max Steininger 49 Versuchspersonen im Labor untersucht. Während diese leichte Elektroschocks erhielten, sahen sie entweder Naturaufnahmen, Stadtbilder oder Büromöbel. Mithilfe funktioneller Magnetresonanztomografie (fMRT) wurde dem Bericht zufolge ihre Gehirnaktivität aufgezeichnet. Die Ergebnisse waren demnach eindeutig: Bei der Betrachtung von Naturvideos hätten die Probanden weniger Schmerzen empfunden. Diese subjektive Wahrnehmung sei durch die fMRT-Daten bestätigt worden, die eine verringerte Verarbeitung von Schmerzsignalen im Gehirn zeigten.
Besonders bemerkenswert sei, dass der Effekt nicht allein durch Erwartungen oder Emotionen der Probanden erklärbar ist. Stattdessen veränderte sich die tatsächliche Verarbeitung der sensorischen Schmerzsignale. Laut den Forschenden setze sich die Schmerzverarbeitung im Gehirn aus verschiedenen Elementen zusammen – darunter die emotionale Reaktion und die Wahrnehmung der Schmerzintensität. Naturvideos würden direkt diese Prozesse beeinflussen, wodurch die empfundene Schmerzintensität sinke.
Neue Ansätze zur Schmerzlinderung
Claus Lamm, Leiter der Forschungsgruppe, betont gegenüber dem Standart, dass die Ergebnisse eine wissenschaftliche Grundlage für den schmerzlindernden Effekt von Natur böten. Der festgestellte Effekt entspreche etwa der Hälfte der Wirkung gängiger Schmerzmittel. Auch wenn diese Erkenntnisse keine medikamentöse Therapie ersetzen, könnten sie neue Ansätze zur Schmerzlinderung ergänzen – insbesondere für Menschen mit chronischen Schmerzen oder in klinischen Einrichtungen.
Die Studie zeige zudem, dass der positive Effekt bereits durch das bloße Betrachten von Naturbildern erzielt werde. Das bedeute, dass ein Aufenthalt in der Natur nicht zwingend erforderlich ist. Dies eröffne neue Möglichkeiten für virtuelle Anwendungen, etwa durch Naturdokumentationen oder Virtual Reality. Die Forschenden hoffen, dass diese Erkenntnisse künftig in die Schmerztherapie integriert werden und Betroffenen neue nichtpharmakologische Behandlungsoptionen bieten, heißt es weiter.
wh/ChatGPT
Zum Ausgangsartikel: Wer Naturdokus schaut, ist schmerzbefreiter
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