Über mehrere Monate hinweg hat Klaus Peter Karger im vergangenen Jahr die Künstlerin mit der Kamera begleitet: Bei der Arbeit an Drucken und der Gestaltung ihres „Raumwunder“-Objekts für das Stadtmuseum in Lahr. Beim Aufbau ihrer jüngsten Kunst-Ausstellung im Aenne-Burda-Stift in Offenburg, die im März zu Ende gegangen ist. Bei der Vorstellung ihres Buchs mit Druckgrafiken und Texten zu Kolonialismus und Postkolonialismus im Museum im Ritterhaus. Aber auch bei der Arbeit im eigenen Garten, der für Angelika Nain ein Ort der Inspiration und der Reflexion über das Werden und Vergehen in der Natur ist.
Früh politisch interessiert
Nach einem Studium an der Freien Hochschule für Grafikdesign und Bildende Kunst in Freiburg hatte Angelika Nain 1996 beschlossen, vom Kunstschaffen leben zu wollen. In mehr als 50 Einzel- und Gruppenausstellungen war sie seitdem mit Malerei, Objekten und Druckgrafik vertreten. Sie war früh politisch interessiert und ihre Kunst spiegelt die persönlichen Lebenserfahrungen: Die langjährige Arbeit mit Geflüchteten, die Eindrücke von Afrika, die Erlebnisse als Teil der Crew auf einem Seenotrettungsschiff der Organisation Sea-Eye zwischen Libyen und Italien.
Ihre Einkommenssituation war bis zum Renteneintritt immer prekär und geprägt durch Nebentätigkeiten – als Dozentin an der Kunstschule in Offenburg, im Pflegedienst, als Kursleiterin. »Ich sehe Angelika Nain in diesem Sinne exemplarisch für das Leben der meisten der schätzungsweise 50 000 Bildenden Künstlerinnen und Künstlern in Deutschland«, sagt Regisseur Klaus Peter Karger – es deckt sich mit den Erhebungen, die zum Beispiel der Bundesverband Bildender Künstlerinnen und Künstler oder die Künstlersozialkasse regelmäßig veröffentlichen.
„Kein Jammer-Film“
»Angelika Nain thematisiert und kritisiert diese Umstände, aber sie hat ihre eigene Situation nie beklagt. Das war mir wichtig, dass es kein Jammer-Film wird. Es gibt eben, und das zeigt mein Film, diesen inneren Antrieb, diese ‚Treibende Kraft‘, die einen Künstler niemals aufgeben lässt. Aber es stellt sich gleichzeitig schon die Frage, welchen Stellenwert hat Kunst in unserer Gesellschaft? Und wieviel wollen wir dafür ausgeben?«
Regisseur Klaus Peter Karger und auch seine Protagonistin werden zur Premiere anwesend sein und freuen sich auf das Gespräch mit den Zuschauern.
Termine:
Sonntag, 6. April 2025, 17.00 Uhr (Premiere)
Montag, 7. April 2025, 18.00 und 20.30 Uhr
Ort: Multiplex Offenburg GmbH & Co. KG, Weingartenstraße 52, 77654 Offenburg
Tickets: ab 7,90 Euro
Internet:
Website Künstlerin Angelika Nain
Website Forum Cinemas Offenburg
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