Im Ländle wird das Bauen traditionell groß geschrieben. Nun rücken zwei Auszeichnungen praktisch gleichzeitig in den Mittelpunkt bei Bauherren und Architekten. Je eine wird von der Landesregierung und vom Landratsamt in Kooperation mit der Architektenkammer Baden-Württemberg ausgelobt. Getreu dem Motto „Schaffe, schaffe, Häusle baue“ stehen dabei aber nicht nur Eigenheime im Zentrum des Interesses, sondern alle Bauprojekte mit einer ökologischen Komponente bzw. solche, die beispielgebend für die Stadtgestaltung sind.
Innovationspreis für Lehmbauten
Zum einen geht es um Lehm. Dieser habe als Nebenprodukt von Erdarbeiten und aufgrund seiner regionalen Verfügbarkeit bedeutende ökologische Vorteile. Er ist in vielen Böden enthalten. Anlass genug für das Ministerium für Landesentwicklung und Wohnen, zum zweiten Mal den Innovationspreis „Lehmbau BW 2025“ auszuloben. Analog dazu gibt es in diesem Jahr erstmals den „Lehmbau BW“-Nachwuchspreis.
In einer Pressemitteilung macht der Grünen-Landtagsabgeordnete aus dem Wahlkreis Offenburg, Thomas Marwein auf die Auszeichnung aufmerksam. Ziel sei es laut Marwein, beispielhafte Lehmbau-Projekte im Land sichtbar zu machen: „Lehm leistet einen wichtigen Beitrag für ein klimaschonendes Bauen und Sanieren. Ich freue mich sehr, dass das Land diesen Baustoff fördern möchte und hoffe auf zahlreiche und vielversprechende Bewerbungen.“
Private und öffentliche Projekte
Gesucht würden herausragende Bauten, Gebäudekonzepte sowie zukunftsweisende Innovationen, die sich intensiv mit Lehm als nachhaltigem Baustoff auseinandersetzen und zwischen dem 1. Januar 2020 und dem 28. Februar 2025 in Baden-Württemberg realisiert worden seien. Der Innovationspreis richte sich an private und öffentliche Bauherrschaften, Vertreter von Initiativen, Planungsträger, Planer, Ingenieure, Vertreter der Bauwirtschaft sowie Bauhandwerks und des baugebundenen Designs. Voraussetzung ist die maßgebliche Beteiligung an diesen Bauprojekten.
Zum ersten Mal werde in diesem Jahr auch der Nachwuchspreis „Lehmbau BW“ ausgeschrieben. Hierbei können Absolventinnen und Absolventen des Fachbereichs Architektur, Bauingenieurwesen oder vergleichbarer Studiengänge, ihre Abschlussarbeiten einreichen. Diese müssen zwischen dem 1. Januar 2020 und dem 28. Februar 2025 an einer Hochschule in Baden-Württemberg erstellt worden sein. Wie der Name schon sagt, geht es dabei ebenfalls um Lehm.
Preisverleihung in Zell a. Harmersbach
Thomas Marwein freut sich über die wachsende Bedeutung des Baustoffs: „In Deutschland wird der Wert alter Lehm- und Holzbautechniken inzwischen wieder vermehrt geschätzt.“ Er hoffe, dass Lehm als natürlicher und nachhaltiger Baustoff auch in der Ortenau zunehmend an Bedeutung gewinne. Für den Innovationspreis „Lehmbau BW 2025“ und den Nachwuchspreis stehe ein Preisgeld sowie Anerkennungen in Höhe von insgesamt 50.000 Euro zur Verfügung. Bewerbungen können demnach bis zum 31. Mai 2025 eingereicht werden. Die Preisverleihung findet am 23. Oktober 2025, im „Rundofen“ in Zell am Harmersbach statt.
Da Lehm lediglich getrocknet werde, sei ein einfaches Recycling möglich. Damit könne er einen großen Beitrag für klima- und ressourcenschonendes Bauen und Sanieren leisten. Aufgrund seiner Atmungsaktivität und seiner thermischen Trägheit sorge Lehm zudem für ausgeglichene Temperaturen. Auch die warme, natürliche Ausstrahlung und behagliche Atmosphäre bei sichtbar belassenen Lehmoberflächen führt Marwein in der Pressemitteilung ins Feld, um für den Innovationspreis zu werben.
Weitere Details und Informationen zum Innovationspreis „Lehmbau BW 2025“ für potenzielle Bewerber finden sich hier:
Website Ministerium für Landesentwicklung und Wohnen.
Gleichzeitig gibt das Landratsamt Ortenaukreis eine zweite Auszeichnung zum Thema Bauen bekannt. Gemeinsam mit der Architektenkammer Baden-Württemberg sucht Landrat Thorsten Erny als Schirmherr unter dem Titel „Beispielhaftes Bauen Ortenaukreis 2020 – 2025“ realisierte Objekte aus den Bereichen Wohnen, Wohnumfeld, öffentliche Bauten, Industrie- und Gewerbebauten, Garten- und Parkanlagen, Innenraumgestaltungen sowie städtebauliche Projekte. Auch Umbauten und Umnutzungen gehören dazu, wie die Pressestelle des Landratsamt mitteilt.
Forum für beispielhafte Architektur
Ausgezeichnet würden Einreichungen, die beispielgebend für die Architektur und Stadtgestaltung im Alltag sind und die Positives für das Wohlbefinden und das Zusammenleben von Menschen leisten. Darunter würden gleichermaßen öffentliche Plätze, Gärten oder Schulen oder Scheunen fallen – also keineswegs nur spektakuläre Großprojekte, wie die Pressestelle betont. Der Landrat und die Architektenkammer wollen demnach beispielhafter Architektur ein Forum bieten. Zahlreiche Bauten, die etwas mehr Aufmerksamkeit verdient hätten, würden sonst unter dem Radar der öffentlichen Wahrnehmung bleiben.
Teilnahmeberechtigt sind laut dem Landratsamt Bauherrinnen und Bauherren, die ein Projekt gemeinsam mit einer/einem Architekten realisiert haben. Ebenso Kammermitglieder aus den Bereichen Architektur, Innenarchitektur, Landschaftsarchitektur oder Stadtplanung. Die Bauten sollen umweltgerechte und am Menschen orientierte Lösungen beinhalten und damit die Baukultur fördern. Die Auszeichnung erhalten demnach beide an dem Projekt beteiligten Partner.
Letzte Ausschreibung war 2020
Die prämierten Objekte sollen im Internet, in der App Architekturführer Baden-Württemberg und einer Broschüre umfangreich dokumentiert werden. Zudem gibt es für die Gewinner Urkunden und eine Plakette zur Befestigung am Bauwerk, die im Rahmen einer Feierstunde überreicht werden. Beim letzten Verfahren „Beispielhaftes Bauen“ im Ortenaukreis wurden 2020 25 Objekte prämiert.
„Die Ortenau hat architektonisch eine Menge zu bieten. Ich freue mich auf viele spannende Einreichungen, die mit guten Ideen und ihrem Vorbildcharakter Impulse für die Baukultur in unserer Region setzen. Solche Projekte zeigen, wie Architektur unser Zusammenleben positiv beeinflussen kann“, wird Landrat Thorsten Erny zitiert.
Die Einreichungsfrist läuft bis zum 11. Juni, detaillierte Auslobungsunterlagen finden sich unter:
Website Architektenkammer Baden-Württemberg
red/Wolfgang Huber
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