Wirtschaft

PWO übertrifft Prognose: Umsatz 2025 bei 526 Mio. Euro – Belebung im vierten Quartal macht Hoffnung

PWO-Werk in Tschechien
© PWO-Gruppe – Die PWO-Gruppe will ihre gute internationale Entwicklung fortsetzen. Hier das Werk in Palackého in Tschechien.
Trotz schwieriger Rahmenbedingungen hat die PWO-Gruppe ihre Ziele 2025 erreicht und Umsatz sowie Ergebnis in der Prognosespanne gehalten. Während Neugeschäft und internationale Expansion Rückenwind geben, drohen am deutschen Standort Oberkirch 2026 spürbare Rückgänge. CEO Carlo Lazzarini setzt dennoch auf Strategie, Innovation und Dekarbonisierung, um die Wettbewerbsfähigkeit langfristig zu stärken. Der Umsatz beläuft sich vorläufigen Zahlen zufolge bei 526 Mio. Euro nach 555 Mio. Euro in 2024.
Von Wolfgang Huber

Die PWO-Gruppe hat im Geschäftsjahr 2025 in einem zunehmend anspruchsvoller werdenden Umfeld ihre Prognosen vollumfänglich erreicht, wie das Unternehmen in einer Pressemitteilung schreibt. Veröffentlicht wurden nun erste, vorläufige und ungeprüfte Zahlen für das abgelaufene Jahr. Demnach belaufen sich die Umsatzerlöse auf 526 Millionen Euro. In der im Laufe des Jahres 2025 nach unten korrigierten Prognose war PWO von 500 bis 510 Millionen Euro ausgegangen.

EBIT zufriedenstellend

Beim EBIT liegt der Wert mit 26,1 Millionen Euro in der oberen Hälfte der Prognosespanne (23 – 28 Millionen Euro). Im vergangenen Jahr hatte das EBIT 30 Millionen Euro betragen. Auch bei den Investitionen gab es einen niedrigeren Wert als 2024 mit nunmehr 41,3 Millionen Euro. Die Prognosespanne lag hier bei 40 bis 46,2 Millionen Euro.

Herausforderndes Marktumfeld

Die zufriedenstellende Entwicklung im Geschäftsjahr 2025 unterstreicht die robusten und effizienten Steuerungsmechanismen, mit denen die PWO-Gruppe wirksam auf Marktveränderungen reagiert, heißt es weiter. Damit sei es gelungen, die PWO-Gruppe sicher durch ein besonders für den deutschen Standort zunehmend herausforderndes Marktumfeld zu steuern und zugleich den weiteren Ausbau des Standortportfolios planmäßig voranzutreiben.

Lischer und Lazzarini

Jochen Lischer, CFO, und Carlo Lazzarini, Vorstandsvorsitzender & CEO. Foto: PWO-Gruppe

Standorte profitieren von Neugeschäft

Besonders positiv habe sich das Neugeschäfte entwickelt. Demnach konnte der Konzern alleine im vierten Quartal Aufträge mit einem Gesamtvolumen von rund 225 Mio. EUR gewinnen. Besonders das Neukundengeschäft – darunter sowohl Automobilhersteller als auch Zulieferer – habe angezogen. Davon würden mehrere Standorte profitieren. Die PWO-Gruppe führt das auf die hohe Reputation von PWO im Markt zurück. Eine weitere Expansion werde angestrebt.

Erfolgreiche internationale Entwicklung

Im gerade begonnenen Geschäftsjahr 2026 will das Unternehmen seine erfolgreiche internationale Entwicklung fortsetzen. Am Industriestandort Deutschland sei immer noch keine spürbare Verbesserung der Rahmenbedingungen erkennbar. In der gesamten Branche würde unverändert Produktion in Länder mit wettbewerbsfähigeren Standortbedingungen verlagert. Dadurch hätten sich die Abrufvolumen von wichtigen lokalen Kunden unseres deutschen Produktionsstandorts in Oberkirch erheblich verringert. Dies werde auch 2026 zu spürbaren Produktions- und Umsatzrückgängen am Standort führen, so die Mitteilung.

Hoffnung auf bessere Rahmenbedingungen

Wie praktisch die gesamte deutsche Wirtschaft hofft auch die PWO-Gruppe auf eine generelle und schnelle Verbesserung der Rahmenbedingungen. Vor diesem Hintergrund habe der Automobilzulieferer im Januar, wie bereits kommuniziert, mit dem Betriebsrat des Standorts Oberkirch eine Betriebsvereinbarung zu einer temporären Arbeitszeit- und Entgeltreduzierung für 2026 abgeschlossen.

Arbeiter

Mit den Mitarbeitern wurde eine Betriebsvereinbarung für 2026 abgeschlossen. Foto: PWO-Gruppe

Verbesserung im kommenden Jahr

Damit wolle man betriebsbedingte Beendigungskündigungen in diesem Zeitraum vermeiden. Vermutlich werde die aktuelle Entwicklung am Standort Oberkirch die Umsatzerlöse und das EBIT vor Währungseffekten der PWO-Gruppe im Jahr 2026 belasten. Für das Jahr 2027 rechnet das Unternehmen mit einer spürbaren Verbesserung, da die Umsetzung entsprechender Maßnahmen bis zu ihrer Wirkung einen gewissen Zeitbedarf erfordern würden. Ziel bleibe es, die Wettbewerbsfähigkeit des deutschen Standortes wieder zu verbessern und zu stärken.

„Bei der PWO-Gruppe konzentrieren wir uns uneingeschränkt auf unsere Stärken und auf die konsequente Umsetzung unserer Strategie. Auf der Basis unseres antriebsunabhängigen und nachhaltigen Geschäftsmodells, hoher Innovationskraft und weltweiter Präsenz bauen wir unsere Marktposition systematisch aus. Diesen Erfolgskurs werden wir weiter fortsetzen“, wird CEO Carlo Lazzarini zitiert.

Deutlich weniger Treibhausgasemissionen

Bemerkenswert erfolgreich war die PWO-Gruppe bei der Reduktion der Treibhausgasemissionen. Diese lagen mit 5.029 Tonnen deutlich unter der Prognose von 6.275 bis 7.650 Tonnen. Im Jahr davor emittierte PWO mit 6.287 Tonnen noch deutlich mehr der klimaschädlichen Stoffe. Im laufenden Jahr will das Unternehmen den Kurs der Dekarbonisierung ungemindert fortsetzen.

Für 2026 erwartet PWO derzeit, wie bereits veröffentlicht, Umsatzerlöse von rund 500 Mio. Euro sowie ein konsolidiertes EBIT vor Währungseffekten in einer Spanne von 13 – 17 Mio. Euro. Weitere Kennzahlen werden veröffentlicht, sobald sich der Ausblick auf 2026 weiter konkretisiert.

Siehe auch hier:

Auslandsexpansion: CEO Carlo Lazzarini sieht die PWO-Gruppe trotz Umsatzminus auf dem Erfolgsweg

Umsatz bei PWO trotz Krise mit 555 Mio. Euro stabil – drastische CO2-Reduktion

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