Vor wenigen Tagen war der Erzbischof Stephan Burger zu Besuch in Offenburg. Dabei sprach er den Akteuren der neuen Kirchengemeinde Mittlere Ortenau Mut zu, den begonnenen Weg beherzt weiterzugehen. Er feierte mit der Gemeinde Eucharistie und traf sich mit Haupt- und Ehrenamtlichen, wie die Kirchengemeinde in einer Pressemitteilung schreibt. Gemeinsam mit dem Erzbischof war demnach auch Generalvikar Christoph Neubrand in Offenburg dabei.
Reisemarathon bereits 2014
Die Pfarrei Hl. Kreuz / Kirchengemeinde Mittlere Ortenau sei ihre erste Station auf der Reise in die 36 neuen Pfarreien der Erzdiözese Freiburg gewesen. Ihr Ziel: „Wir möchten den Blick auf das richten, was war und was sich daraus entwickelt hat.“ Einen ähnlichen Reisemarathon hatte Burger auch schon 2014 unternommen. Kurz nach Amtsantritt reiste er in alle Dekanate, um vor Ort die Lage zu erkunden. Schon damals hatte sich mit dem Rückgang der Gläubigen auch der Verlust an Priestern, hauptamtlichen Mitarbeitern sowie Ehrenamtlichen deutlich bemerkbar gemacht. „Wir wussten, dass wir die Kräfte bündeln müssen“, so der Erzbischof.
„Mitten in einem Prozess“
Die Antwort darauf ist der Prozess „Kirchenentwicklung 2030“. In der Folge wurden in dem Prozess mit Wirkung zum 1. Januar 2026 einst 1050 Pfarreien zu 36 Pfarreien in der Erzdiözese zusammengelegt. Dabei verschmolzen fünf Seelsorgeeinheiten und zusätzlich zwei Pfarreien zur Pfarrei Hl. Kreuz / Kirchengemeinde Mittlere Ortenau. „Wir sind mitten in einem Prozess, der viele Herausforderungen mit sich bringt“, wird der Leitende Pfarrer und Dekan Dr. Stefan Meisert zitiert.

Erzbischof Stephan Burger (m.) im Gespräch mit Kirchenvertretern. Foto: Peter Cupec
Gespräch mit der Bistumsleitung
Damit einher ging die neue Beheimatung der Akteure, die Definition neuer Rollen und neuer Netzwerke. Vergangenen Donnerstag waren nun das Kernteam, das Pastoralteam, der Pfarreirat, der Vermögensverwaltungsvorstand und der Vermögensverwaltungsrat zugegen und sprachen mit der Bistumsleitung. In der Pfarrei Hl. Kreuz sind rund 61.000 Gläubige zusammengefasst. Laut der Pressemitteilung nahmen zahlreiche Kirchenmitglieder an der Eucharistiefeier in der Heilig-Kreuz-Kirche teil.
„Vertrauen in Gott“
Der 19. März ist das Hochfest des Heiligen Josef, Marias Mann, der für Verantwortung, Verlässlichkeit und stillen Dienst stehe – Haltungen, die auch für das kirchliche Leben und die gemeinsame Gestaltung der Kirchengemeinde prägend seien. „Daneben braucht es das Vertrauen in Gott und in das Miteinander“, betonte demzufolge Erzbischof Burger. Der Leiter der Erzdiözese Freiburg sprach den Haupt- wie auch Ehrenamtlichen Mut zu, neue Schritte in die Zukunft zu wagen. „Wir sind und bleiben eine lernende Organisation“, sagte er. Es brauche neue Formate und die Bereitschaft, sich auf neue Arbeitsweisen einzulassen.
Die Botschaft Jesu
Erzbischof Burger wies darauf hin, dass bei allen organisatorischen Herausforderungen die Kernaufgabe nicht aus den Augen verloren werden dürfe: die Botschaft Jesu zu den Menschen zu tragen. „Strukturen sind hilfreich. Sie sind wie Grundgerüste, die stabilisieren und tragen helfen. Sie ersetzen jedoch nicht das Leben, das sich in ihnen und durch sie entfalten will“, so Burger. Sein Aufruf an die Haupt- wie auch Ehrenamtlichen: dem Vorbild Josefs zu folgen und sich in den Dienst Jesu zu stellen – für das Wohl aller Menschen.
„Herausforderungen begegnen“
„Ihm sowie dem, was uns aufgetragen ist, dient der ganze Prozess“, betonte der Erzbischof. Statt den Herausforderungen mit Angst zu begegnen, sollten sich die Aktiven in der Kirchengemeinde Mittlere Ortenau der Neugestaltung der Welt verpflichtet fühlen. Für all das, was sie auf dem Weg dorthin bereits geleistet haben, sprachen Erzbischof Burger und Generalvikar Christoph Neubrand Dank und Anerkennung aus.
Siehe auch hier:
Strukturwandel in der Kirche: 61.000 Gläubige künftig in der Pfarrei Heilig Kreuz Offenburg vereint