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Spurensuche des Autorennetzwerks in der Illenau: Amelie von Türckheim zwischen Goethes „Lili“ und Vergessen

Illenau Achern
© Andreas Peter Geng (KI) – Was geschah hinter den Mauern der Illenau in Achern?
Hinter den ehrwürdigen Mauern der Illenau verbergen sich Geschichten, die lange niemand hören wollte. Eine davon ist die von Amelie von Türckheim: adlige Enkelin von Goethes berühmter großer Liebe „Lili“, gesellschaftlich privilegiert – und doch dem Vergessen preisgegeben. Am 24. Februar 2026 begibt sich das AutorenNetzwerk Ortenau-Elsass in den Illenau Werkstätten Achern auf eine bewegende Spurensuche zwischen Familienglanz, medizinischer Moderne und einem Leben, das still in der Illenau endete.
Fast vergessenes Kapitel

Das Schicksal kann grausam sein, besonders wenn es sich hinter den imposanten Fassaden einer Heilanstalt verliert. Am Dienstag, dem 24. Februar 2026, öffnet das AutorenNetzwerk Ortenau-Elsass® ein fast vergessenes Kapitel der regionalen Geschichte: Im Atelier der Illenau Werkstätten rückt das Leben von Elisabeth Octavie Amelie von Türckheim in das Licht der Öffentlichkeit – eine Frau, deren Herkunft glanzvoller kaum hätte sein können und deren Ende dennoch in der Stille der Illenau lag.

Eine Familiengeschichte zwischen Glanz und Melancholie

Amelie von Türckheim entstammte dem berühmten Straßburger Adelshaus von Türckheim. Ihre Großmutter war keine Geringere als „Lili“ von Schönemann, jene legendäre Bankierstochter, die als 16-Jährige Johann Wolfgang von Goethe den Kopf verdrehte und als seine Verlobte in die Weltliteratur einging. Doch während die Großmutter im Licht der Geschichte strahlte, versank die Enkelin in der Schattenwelt der einstigen Heilanstalt Illenau.

Lebenslange Endstation

Als junge Frau wurde Amelie von ihrer Familie nach Achern gebracht. Was als vorübergehender Aufenthalt gedacht war, wurde zur lebenslangen Endstation. Sie verblieb „für immer“ hinter den Mauern, die damals als modernste Einrichtung ihrer Art galten, heute aber vor allem Geschichten von tragischen Einzelschicksalen flüstern.

Historische Erkenntnisse und bewegende Bilder

Dr. Françoise Laspeyres und Dr. Karin Jäckel haben sich auf die Suche nach den Spuren dieser ungewöhnlichen Frau begeben. In ihrem literarisch-musikalischen Vortrag präsentieren sie nicht nur historische Fakten, sondern auch Bildmaterial, das die Verbindung zwischen dem Straßburger Adel und der Acherner Heilanstalt greifbar macht. Es ist eine Reise in eine Zeit, in der psychische Leiden oft ein Familiengeheimnis blieben und die Illenau für viele zum Endpunkt ihrer Biografie wurde.

Literaturförderung mit System: Das Bonuskärtchen

Neben der historischen Tiefe bietet der Abend auch eine Neuerung für treue Literaturfreunde. Das AutorenNetzwerk setzt sein erfolgreiches Bonus-System fort: Besucher erhalten bei der Reservierung ein Bonuskärtchen. Wer sechs Veranstaltungen besucht und somit sechs Stempel sammelt, darf sich über ein Gratis-Buch aus dem Fundus der Netzwerk-Autoren freuen – eine schöne Geste, um die regionale Literaturlandschaft lebendig zu halten.

Vergessen hinter Mauern: Das Schicksal der Amelie von Türckheim in der Illenau

Termin: Dienstag, 24. Februar 2026, 19:30 Uhr

Ort: Atelier der Illenau Werkstätten Achern (Illenau Allee 54)

Eintritt: 10 Euro

Reservierung empfohlen: Per E-Mail an info@editionblauestunde.com oder telefonisch unter 07802-7010030 (Anrufbeantworter).

Über das AutorenNetzwerk Ortenau-Elsass®: Das Netzwerk versteht sich als Brücke zwischen Schreibenden und Lesenden in der Region. Unter der Leitung von Dr. Karin Jäckel organisiert es regelmäßig Lesungen, Vorträge und kulturelle Abende, die regionale Geschichte und zeitgenössische Literatur miteinander verbinden.

Siehe auch hier:

Schreibwettbewerb „Rabenfeder26“ gestartet – Kreative Texte aus der Ortenau und dem Elsass gesucht

Wortkunst und Musik“: Literarisch-musikalischer Abend vom AutorenNetzwerk Ortenau-Elsass

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