Die Vollversammlung der Industrie- und Handelskammer (IHK) Südlicher Oberrhein hat vergangene Woche Brigitta Schrempp zur neuen Präsidentin gewählt. Die Unternehmerin aus der Ortenau ist die erste Frau in der Geschichte der IHK Südlicher Oberrhein, die dieses Ehrenamt übernimmt. Sie folgt auf Eberhard Liebherr, der die Kammer in den vergangenen fünf Jahren als Präsident geführt hat. Das schreibt der Verband in einer Pressemitteilung.
Bei der Wahl erhielt Schrempp demnach die deutliche Mehrheit der Stimmen. Einzige Gegenkandidatin war Julia Wildt, Geschäftsführerin der Friedrich Wildt GmbH in Ettenheim. Schrempp dankte der Vollversammlung für das entgegengebrachte Vertrauen und würdigte zugleich ihren Vorgänger: „Du hast unsere IHK in den vergangenen Jahren mit großem Engagement und mit einer klaren Haltung geprägt.“

Eberhard Liebherr führte die IHK Südlicher Oberrhein 5 Jahre an. Foto: Jochen Kern / IHK
Die neue Präsidentin kündigte an, das Amt mit großem Respekt und Verantwortung auszuüben. Ein Ziel sei die weitere Stärkung des Wirtschaftsstandorts Südlicher Oberrhein. Mit Blick auf die wirtschaftliche Lage habe Schrempp für Zuversicht geworben. Trotz Konjunkturschwäche und internationaler Unsicherheiten sei die Region hervorragend aufgestellt. „Deutschland ist besser als sein Ruf. Und unsere Region erst recht.“ Der Mittelstand habe immer wieder bewiesen, dass er Veränderungen erfolgreich bewältigen könne. Bürokratieabbau bleibe ein zentrales Anliegen der IHK, zugleich gelte es, Chancen aktiv zu nutzen und Verantwortung zu übernehmen.
Brigitta Schrempp ist geschäftsführende Gesellschafterin der Schrempp EDV GmbH in Lahr. Das 1980 gegründete Unternehmen entwickelt ERP-Software für den Maschinen- und Anlagenbau und beschäftigt rund 85 Mitarbeitende. Seit 2016 gehört Schrempp dem Präsidium der IHK Südlicher Oberrhein an.
In ihrer neuen Funktion ist Schrempp neben repräsentativen Aufgaben und dem Vorsitz der Vollversammlung auch wichtigster Ansprechpartner der südbadischen Wirtschaft für die Politik, die Medien, die Öffentlichkeit und die Verwaltung. Zudem leitet sie das Präsidium und wirkt an der strategischen Ausrichtung der IHK Südlicher Oberrhein mit, wie IHK-Sprecher Florian Kech auf Anfrage des Ortenau Journals mitteilt. Nicht zuletzt führt sie Gespräche mit politischen Entscheidungsträgern auf Kommunal-, Bundes- und Landesebene.
Hauptgeschäftsführer Dr. Dieter Salomon zog eine positive Bilanz der Präsidentschaft von Eberhard Liebherr. „Deine fünf Jahre haben der IHK gut getan“, sagte er zu Liebherr. In dessen Amtszeit habe die IHK ihre strategischen Zukunftsthemen konsequent verfolgt: Fachkräftesicherung, digitale und ökologische Transformation sowie die Stärkung des Standorts Südlicher Oberrhein.
Zu den wichtigsten Projekten zählten demzufolge unter anderem die Standortkampagne „Hier geht was!“, das Welcome Center zur Gewinnung internationaler Fachkräfte, der Aufbau regionaler Innovationsnetzwerke sowie die intensivere politische Interessenvertretung der Wirtschaft. Die Zusammenarbeit zwischen der Geschäftsführung und dem Präsidenten sei sehr vertrauensvoll gewesen. Er schätze Liebherrs ehrliche und bodenständige Art.

Das neu gewählte Präsidium der IHK Südlicher Oberrhein. Foto: Markus Schwerer / IHK
Präsidentin
• Brigitta Schrempp, Geschäftsführerin Schrempp EDV GmbH
Stellvertretender Präsident
• Karlkristian Dischinger, Geschäftsführer kd-holding GmbH
Vizepräsidentinnen und Vizepräsidenten
• Stephan Jager, Geschäftsführer WeberHaus GmbH & Co. KG
• Reiner Richter, Vorstand Volksbank Lahr eG
• Monika Schäfer, Inhaberin DieSignAgentur
• Bernhard Schmolck, Geschäftsführer Schmolck GmbH & Co. KG
• Alexandra Beinert, Geschäftsführerin Team Beinert GmbH
• Jörg Dattler, Geschäftsführer Schlossbergrestaurant Dattler GmbH & Co. KG
Die IHK Südlicher Oberrhein mit ihren rund 75.000 Mitgliedsunternehmen vertritt die Interessen der Wirtschaft gegenüber Politik und Verwaltung. Sie berät sowohl Startups als auch etablierte Unternehmen sowie Fachkräfte. Außerdem organisiert der Verband Prüfungen und trommelt bei Kommunen und Verwaltungen für optimale Standortbedingungen.
red/Wolfgang Huber
Siehe auch hier:
Koalitionsverhandlungen von Grün-Schwarz im Land: IHK-Chef Salomon drängt auf Tempo bei Reformen
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