Rund eineinhalb Jahre nach dem Spatenstich hat der Ortenaukreis schon im September Richtfest für die neue Integrierte Leitstelle Ortenau und das Amt für Brand- und Katastrophenschutz in Gengenbach gefeiert, wie die Pressestelle des Landratsamts mitteilte. Auf dem dortigen Gesundheitscampus entsteht für rund 27 Millionen Euro die künftige zentrale Schaltstelle für Feuerwehr, Rettungsdienst und Katastrophenschutz im Ortenaukreis.
In der neuen Integrierten Leitstelle werden demnach künftig rund um die Uhr jährlich etwa 200.000 Anrufe entgegengenommen und die Einsätze von Feuerwehr, Rettungsdienst und weiteren Hilfsorganisationen koordiniert. Der bisherige Standort in Offenburg sei angesichts steigender Einsatzzahlen und wachsender technischer Anforderungen räumlich und technisch an seinen Grenzen.
Schnellere Abstimmung
In Gengenbach werden die Leitstelle und das bisher räumlich getrennte Amt für Brand- und Katastrophenschutz des Ortenaukreises dann unter einem Dach arbeiten. Auch für den Führungsstab des Ortenaukreises entstehen dauerhaft ausgestattete Arbeitsplätze. Bei größeren Schadenslagen, Krisen oder Katastrophen würden damit die beteiligten Stellen unmittelbar zusammenarbeiten können und Entscheidungen schneller abgestimmt werden.

Landrat Thorsten Erny (3.v.l.) mit Volker Lüdke (r.) von Moser Bau. Foto: Kai Hockenjos/Ortenaukreis
Auf dem 2.087 Quadratmeter großen Grundstück entsteht ein Neubau mit vier Vollgeschossen und einem Untergeschoss sowie rund 3.041 Quadratmetern Bruttogrundfläche. Das Gebäude wird barrierefrei nach DIN 18040 geplant und soll den Effizienzhaus-40-Standard erfüllen. Neben moderner Technik entstehen auch zeitgemäße Arbeits- und Rückzugsräume für die Beschäftigten, die in der Leitstelle rund um die Uhr im Einsatz sind.
„Mit 27 Millionen Euro investieren wir in eine Infrastruktur, die im Ernstfall funktionieren muss. Die neue Leitstelle wird das Herzstück für Feuerwehr, Rettungsdienst und Katastrophenschutz und schafft die Voraussetzungen dafür, dass wir auch in den kommenden Jahrzehnten handlungsfähig bleiben“, wird Landrat Thorsten Erny in der Mitteilung zitiert.
Mit dem Richtfest ist der Rohbau weitgehend abgeschlossen. In den kommenden Monaten folgen demzufolge Arbeiten an Dach, Fassade und Fenstern sowie der Innen- und Technikausbau. Bis Ende 2027 soll das Gebäude so weit fertiggestellt sein, dass das Amt für Brand- und Katastrophenschutz einziehen kann. Anschließend werde die eigentliche Leitstellentechnik eingebaut und in einem umfangreichen Probebetrieb getestet. Nach aktuellem Zeitplan soll die neue Leitstelle Ende Juli 2028 ihren Betrieb aufnehmen.
Dank an die Beteiligten
Erny dankte den Handwerkerinnen und Handwerkern, Planungsbüros und beteiligten Unternehmen sowie dem Gebäudemanagement des Ortenaukreises. Sein Dank galt zudem dem langjährigen Kooperationspartner DRK Rettungsdienst Ortenau, den Feuerwehren und den Organisationen des Katastrophenschutzes sowie den politischen Gremien des Ortenaukreises und der Stadt Gengenbach. Den traditionellen Richtspruch sprach das für den Rohbau verantwortliche Bau-Unternehmen Moser.
red/wh
Das könnte dich auch interessieren:
Kunst kaufen und Frauen helfen: Frauenhauslädele eröffnet Geschäft „Bilder- und Rahmen“ in Offenburg