Seit dem 14. Juli läuft das Publikumsvoting des Badischen Architekturpreises (Badap) 2026. Es stehen nach einer Vorauswahl der hochkarätig besetzten Jury 24 Projekte in acht Kategorien zur Auswahl (wir berichten hier gesondert). Bereits direkt entschieden hat die Jury, wer den badap in den Kategorien Ökologisches Bauen und Bauen der Zukunft! Sowie den Young Talent Award erhält, wie die Grossmann Group in einer Pressemitteilung schreibt. Insgesamt habe es eine Rekordbeteiligung mit über 270 Einreichungen in elf Kategorien gegeben.
Die Entscheidung der Jury in diesen drei Kategorien steht demzufolge unabhängig vom Publikumsvoting bereits fest: In der Kategorie Ökologisches Bauen setzte sich die Landesanstalt für Bienenkunde in Stuttgart-Hohenheim (Baujahr 2021) von Lanz Schwager & Partner Architekten mbB BDA durch. Dahinter folgen die 2025 errichtete Kita St. Kilian in Massenbachhausen (Ecker Architekten) und die ebenfalls 2025 fertig gestellte Kita Dogern (lüttinarchitekten).

Die Landesanstalt für Bienenkunde in Stuttgart-Hohenheim. Fotos: Lanz Schwager & Partner

Die Kita St. Kilian (Foto: Ecker Architekten) und die Kita St. Clemens in Dogern (Foto: lüttinarchitekten)
Auf den ersten Platz beim Preis für „Bauen der Zukunft!“ wählte die Jury die Schleuse Schwabenheim bei Dossenheim von Ecker Architekten (Baujahr 2025) – vor der Josef-Schwarz-Schule Heilbronn (Behnisch Architekten) von 2024. Und den mit 2.000 Euro dotierten Young Talent Award sichern sich Gereon Schumacher und Finn Hoffmeister für ihren 2026er-Entwurf „Gleisbad Stuttgart – Wasser im Herzen der Stadt“ am Hauptbahnhof Stuttgart.
Juryvorsitzender Wolfgang Riehle habe die Sitzung geleitet und sich beeindruckt von der Vielfalt und Innovationskraft der eingereichten Arbeiten gezeigt. Diese stammten in diesem Jahr erstmals aus allen Landesteilen Baden-Württembergs. Dabei legten die Ausrichter des Badischen Architekturpreises 2026 Wert auf Bauwerke, die mehr bieten als „nur“ gelungene Gestaltung. Vielmehr Arbeiten, die Menschen begeistern und die gebaute Umwelt über den Tag hinaus prägen.

Die Schleuse Schwabenheim (Foto: Ecker Architekten) und die Josef-Schwarz-Schule in Heilbronn (Foto: Behnisch Architekten)
Zum Gremium zählen demzufolge neben Riehle weitere Fachleute aus renommierten Architekturbüros und Institutionen – darunter Kilian Kada (kadawittfeldarchitektur, Aachen), Dr. Christian Bergmann (CBA Christian Bergmann Architecture, Hamburg), Claude Denu (Denu et Paradon, Straßburg) sowie Andreas Schnubel (schlaich bergermann partner, Stuttgart).
Der All-Stars-Award gehe in diesem Jahr nach Basel an die Schweizer Architekten Jacques Herzog und Pierre de Meuron. Es ist der wohl populärste Preisträger des Badischen Architekturpreises 2026. Das 1978 gegründete Büro Herzog & de Meuron zähle mit mehr als 500 Mitarbeitern zu den renommiertesten der Welt und hat neben Großprojekten wie der Allianz Arena in München, der Elbphilharmonie in Hamburg oder den Roche-Türmen in Basel mit dem VitraHaus in Weil am Rhein auch im badischen Raum ein vielbeachtetes Werk realisiert.

Die Elbphilharmonie Hamburg stammt von Herzog & de Meuron. Foto: Thies Rätzke
„Das sind Leuchttürme, die Architekten wie Bauherren inspirieren“, wird Jürgen Grossmann, auf dessen Initiative der Badische Architekturpreis und die besonders prominente All-Stars-Kategorie zurückgehen, zitiert. Es ist zugleich die einzige Kategorie, über die Grossmann persönlich mitentscheidet. Der Kehler Architekt und Projektentwickler hat sich dazu auch in einem Exklusiv-Interview mit dem Ortenau Journal geäußert, das in Kürze hier erscheinen wird.
Juryvorsitzender Wolfgang Riehle ergänzt: „Jacques Herzog und Pierre de Meuron stehen nicht einfach nur für gute Architektur – sie inspirieren den ganzen Berufsstand mit der Qualität ihrer Arbeit, der Freude an neuen Ideen und Verfahren und ihrer intellektuellen Tiefe.“

Die Badap-Jury bei ihrer Sitzung im Erlenbad Resort 2026. Foto: Grossmann Group
Herzog & de Meuron folgen auf frühere All-Stars-Preisträger wie den französischen Designer Philippe Starck (Duravit-Headquarter, Hornberg), den Amerikaner Richard Meier (Burda-Museum, Baden-Baden) und den Japaner Tadao Ando (Weisenburger-Zentrale, Karlsruhe). Alle weiteren Gewinner werden im Rahmen der Gala am 7. November 2026 im Erlenbad Resort gekürt.
Die bisherigen Auflagen 2019, 2022 und 2024 hätten bereits gezeigt, welche Wirkung und Bedeutung der Preis für die Region hat: Hunderte Projekte wurden nominiert und mehrere Zehntausend Menschen hätten ihre Stimme für ihre Lieblingsbauwerke abgegeben.
Siehe auch hier:
Badischer Architekturpreis 2026: Publikumsvoting entscheidet über 24 Projekte in acht Kategorien
ANZEIGE