Der 6. März markiert für den Windpark Hummelsebene einen wichtigen Meilenstein in seiner Realisierung. Mit einem offiziellen Schulterschluss aller sieben beteiligten Kommunen auf der Baustelle beginnt der Hochbau – und damit der Bau der Türme der drei Windenergieanlagen. Das schreiben die an dem Projekt beteiligten Stadtwerke Oberkirch in einer Pressemitteilung. Zu diesem besonderen Anlass waren demnach alle Projektbeteiligten des Windparkprojekts auf der Hummelsebene zusammengekommen.
Sieben beteiligte Gemeinden
Dies sind neben der projektverantwortlichen Windpark Hummelsebene GmbH & Co. KG (vertreten durch die beiden Unternehmen Ökostromgruppe Freiburg und Stadtwerke Oberkirch) der Oberbürgermeister der Stadt Oberkirch und die Bürgermeister der Gemeinden Durbach, Lautenbach, Oppenau, Bad Peterstal-Griesbach, Renchen und Appenweier mit ihren Gemeinderatsmitgliedern. Gemeinsam wurde der symbolische Startschuss für die nächste Bauphase, den Turmbau, und Einblicke in den aktuellen Baufortschritt und die nächsten Projektschritte gegeben.
Rodungen vielfach kritisiert
Der geplante Windpark Hummelsebene stand monatelang unter schwerer Kritik von Anwohnern und Umwelt- und Naturschützern. Der mit dem Bau und der damit verbundenen Rodung von Waldflächen sowie die u. a. ins Feld geführten erheblichen Eingriffe in den Naturpark Schwarzwald hielten Gegner und Befürworter in Aufregung. Zudem gerieten die von den Projektierern ausgegebenen Nachrangdarlehen in Verruf. Die versprochenen, hohen Zinszahlungen könnten nie eingehalten werden, da eine solche Anlage in Baden-Württemberg bei mäßiger Windhöffigkeit nicht wirtschaftlich laufen könne. Das Ortenau Journal hatte detailliert darüber berichtet (siehe unten).
Hochbau beginnt ungeachtet der Kritik
Doch ungeachtet der Proteste der Anwohner und Windkraftgegner wird in den kommenden Wochen mit dem Bau Betonturmsegmenten für die drei Windanlagentürme begonnen. Damit nehme der Windpark weiter Gestalt an und werde zunehmend im Landschaftsbild erkennbar sein. „Mit dem Start der Hochbauarbeiten beginnt nun die Phase, in der unser Projekt für alle sichtbar wird. Nach intensiver Planung und erfolgreichem Abschluss der Fundamentarbeiten kommen wir unserem Ziel einer nachhaltigen Energieerzeugung einen entscheidenden Schritt näher“, werden Lukas Schuwald und Erik Füssgen, die beiden Geschäftsführer der Windparkgesellschaft, zitiert.

Eine Visualisierung des Windparks Hummelsebene. Foto: Ulrich Bielefeld
„Ein starkes Signal für unsere Region“
Die Verwaltungsspitzen der beteiligten Kommunen ergänzen: „Der Windpark Hummelsebene zeigt, was möglich ist, wenn Kommunen zusammenarbeiten. Dass wir dieses Projekt gemeinsam realisieren, ist ein starkes Signal für unsere Region und für eine nachhaltige Energieversorgung vor Ort.“ Unserer Redaktion erschließt sich nicht, wie mehrere Personen mit der ein und derselben Aussage zitiert werden können. Es ist das inzwischen übliche Gebaren bei PR-Maßnahmen.
Strom für 15.000 Haushalte
Nach der geplanten Inbetriebnahme im Herbst 2026 werde der Windpark Hummelsebene klimafreundlichen Strom für rund 15.000 Haushalte und somit etwa 45.000 Menschen in der Region erzeugen und damit einen aktiven Beitrag zur regionalen Energieversorgung und zum Klimaschutz leisten.
Bringt EEG-Novelle die Wende?
Ob künftig solche Großprojekte im Bereich der Windenergie in Baden-Württemberg noch möglich sein werden, wird die zu erwartende Novelle des Erneuerbare Energien-Gesetzes (EEG-Novelle) von Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) zeigen. Wie 22 Projektierer aus der Region neulich mitteilten, wären weitere Projekte wegen der aufgehobenen Vorfahrtsregelung für Windstrom in das Stromnetz nicht mehr rentabel. Dies impliziert, dass Windkraft im Ländle ohne aufwendige Subventionen nicht zu stemmen ist.
Liegt Katherina Reiche richtig?
In der Anti-Windkraft-Bewegung löste eine entsprechende Berichterstattung im Ortenau Journal einen deutlich vernehmbaren Jubelschrei aus. Doch den Nachweis über weit sinnvollere Alternativen zur Energiewende bleiben die Kritiker bislang schuldig. Der Vorgang zeigt, dass bei Energiethemen immer von Fall zu Fall die beste Lösung gefunden werden muss. Ob die dem Vorwurf des Lobbyismus ausgesetzte Katherina Reiche mit ihrer Bevorzugung der Erdgas-Branche richtig liegt, darf ebenfalls bezweifelt werden.
Siehe auch hier:
Windpark Hummelsebene: Nachrangdarlehen sind laut Experten keine Bürgerbeteiligung
Windpark Hummelsebene & Co: Wird die Natur für finanzielle Interessen geopfert?