Arbeitswelt

„Helm ab zum Interview“: Buch von Journalist Peter Marx über das Misstrauen zwischen Medien und Militär

Bundeswehreinsatz
© JensMo – Die Bundeswehr in Krisengebieten erfordert intensive Pressearbeit.
Zwischen Uniform und Notizblock prallen Welten aufeinander: Misstrauen, Vorurteile und falsche Erwartungen prägen oft das Verhältnis von Militär und Medien. Der Autor Peter Marx aus Zell a. Harmersbach analysiert diese Beziehung in seinem Buch „Helm ab zum Interview“. Aus der Perspektive eines Journalisten und Reserveoffiziers zeigt er anhand konkreter Beispiele, warum die Pressearbeit der Bundeswehr professioneller werden muss – und weshalb auch Journalisten ihre Rolle kritisch hinterfragen sollten.
Es geht mehr ums Prinzip

Das Verhältnis von Militär und Medien ist im Regelfall von Misstrauen geprägt. Der Grund: Der Journalist will etwas öffentlich machen, das Militär möchte es möglichst verhindern. Wobei es nicht um „Geheimes, Privates, Persönliches“ etc. geht, sondern mehr schon ums Prinzip. Militärs mögen – unabhängig vom Dienstgrad – erst dann die Medien, wenn sie etwas Positives berichten und den Hauptgefreiten oder Oberst bzw. dessen Leistung positiv herausstellen.

Viele Vorurteile

Auf der anderen Seite sprechen Journalisten verächtlich von „Heldenberichterstattung“. Diesen Einstellungen und Vorurteilen widmet sich der Autor Peter Marx aus Zell am Hamersbach in seinem Buch „Helm ab zum Interview“. Auf 120 Seiten gibt er Soldaten und Journalisten Tipps für den richtigen Umgang miteinander, schildert Beispiele von gescheiterter Pressearbeit der Bundeswehr und peinlichen Einsätzen von Krisenkommunikation.

Peter Marx

Der Autor und Journalist Peter Marx hat Bundeswehr-Erfahrung. Foto: Privat

Erwartungen der Bevölkerung

Eine gute Presse- und Informationsarbeit für die Bundeswehr ist heute unverzichtbar. Ihre Bedeutung nimmt in Zukunft weiter zu, aber sie muss deutlich professioneller werden, fordert der Ortenauer Autor. Denn die Erwartungen der deutschen Bevölkerung wachsen mit jeder militärischen Krise. Die Menschen wollen heute wissen, wie gefährdet unser Land ist, was die Bundeswehr mit den vielen Verteidigungs-Milliarden unternimmt, um schnell wieder verteidigungsbereit zu sein. Doch darauf ist weder die Bundeswehr noch die Mehrzahl der Medien vorbereitet.

Fehler der Bundeswehr

Als langjähriger Journalist, Medien-Dozent an Hochschulen und Reserve-Offizier der Marine hat Peter Marx erlebt, welche Fehler die Bundeswehr in Krisengebieten als auch in der Heimat gemacht hat und wie schlecht Presseoffiziere auf die Zusammenarbeit mit Journalisten vorbereitet sind. Vor allem seine Erfahrungen als Kriegsreporter mit Einsätzen in Afghanistan und Ex-Jugoslawien haben ihm gezeigt, wie Pressearbeit der Bundeswehr nicht sein soll. Denn nicht die Informationspflicht stand im Vordergrund, sondern die Kontrolle über Informationen und Journalisten.

Auch Journalisten sind nicht fehlerfrei

Mit anschaulichen Beispielen veranschaulicht er die Grundsätze, die jeder Presseoffizier, letztendlich jeder Angehörige der Bundeswehr in der Zusammenarbeit mit Journalisten zu beachten hat. Was auch umgekehrt gilt, denn auch Journalisten sind nicht fehlerfrei bei ihren Berichten über die Bundeswehr.

Das Paperback-Buch, 120 Seiten, ist erschienen im Miles-Verlag (Georg-Caylay-Str. 38; 14089 Berlin), Preis 14.80 Euro ISBN-13: 9783967761108

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Buchcover von Peter Marx

Siehe auch hier:

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