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Racing Straßburg zwischen Euphorie und Zweifel: Erfolgsjahr mit zwei Halbfinals endet ohne Europacup-Ticket

Fans von Racing Straßburg
© Philipp Cleiß – Die Racing-Fans halten an ihrem 15-minütigen Streik zu Beginn jedes Spiels fest. 
Eine Saison voller Emotionen, Rekorde und europäischer Fußballnächte – und doch bleibt bei Racing Straßburg ein kleiner Stachel zurück. Trotz Halbfinals im französischen Pokal und in der Conference League verpasste der Club die erneute Qualifikation für Europa denkbar knapp. Präsident Marc Keller zieht dennoch eine positive Bilanz. Während die Euphorie rund um das dauerhaft ausverkaufte Meinau-Stadion anhält, sorgen drohende Abgänge begehrter Talente für neue Herausforderungen.
Von Peter Cleiß

Der Stolz über die gezeigte Leistung seiner Spieler, des Trainerstabs und aller Racing-Angestellten in der abgelaufenen Saison 2025-2026 überwiegt bei Marc Keller die Enttäuschung über die knapp verpasste Qualifikation für einen europäischen Wettbewerb in der kommenden Saison beim Straßburger Fußball-Club.

Beeindruckende Erfolgsbilanz

Halbfinalist im französischen Pokal „Coupe de France“, Halbfinalist in der UEFA Conference League“, 8. in der Schlusstabelle der Meisterschaft und insgesamt 53 absolvierte Pflichtspiele stehen am Ende einer langen Saison zu Buche bei Racing. „Emotional haben wir eine tolle Saison erlebt. Unsere Europacup-Reise von Bröndby bis Madrid war ein tolles Erlebnis, dessen Höhepunkt der 4:0 Heimsieg gegen Mainz bleibt – ein Spiel, dass wie jenes denkwürdigen Relegationsspiel gegen Rennes  im Jahr 1992 oder der erlösende Freistoßtreffer von Dimitri Lienard zum Klassenerhalt 2018 die Geschichte von Racing bleibend prägen wird“, fasste Keller die abgelaufene Saison zusammen.

Die mit 21 Jahren Durchschnittsalter jüngste Profi-Mannschaft Europas dürfte damit zugleich mit die meisten Spiele absolviert haben. Ein Umstand, der am Ende jenes eine Pünktchen gekostet haben könnte, das für Tabellenplatz Sieben und die erneute Qualifikation für die Conference League fehlte. Die körperliche und geistige Fitness fehlte erkennbar in den letzten Spielen der Saison.

Racing-Präsident Marc Keller

Racing-Präsident Marc Keller zieht eine positive Bilanz. Foto: Philipp Cleiß

Meinau-Stadion immer ausverkauft

Dennoch: Seit 72 Spielen in Folge ist auch die runderneuerte Meinau mit einem Fassungsvermögen von nun über 32.000 Zuschauern immer ausverkauft. Die Euphorie um den Straßburger Proficlub bekam neue, bleibende Nahrung. Der denkwürdige 4:0 Sieg gegen den Bundesligisten Mainz 05, nach einer 2:0 Niederlage im UEFA Confernce League Viertelfinal-Hinspiel dürfte genauso in die Geschichte von Racing Straßburg Eingang finden wie jenes Heimspiel zum Saisonschluss gegen AS Monaco, in dem die Blau-Weißen nach einem 3:1 Rückstand zur Pause und einem 4:1 Rückstand nach einer knappen Stunde Spielzeit plötzlich das Ruder herumrissen und am Ende mit 5:4 gewannen.

Bruch mit Fans wegen Investor

Manch einer der nach dem vierten Treffer der Monegassen vorzeitig nach Hause fuhr wird beim Frühstück am anderen Morgen seinen Augen nicht getraut haben, als da von einem Sieg von Racing und einem rauschenden Fußballfest zum Saisonabschluss berichtet wurde.

Den positiven Aspekten zum Trotz bleibt der Bruch zwischen Racing-Vorstand und Racing-Fans wegen des Verkaufs von Racing an den US-amerikanischen Investor BlueCo im Sommer 2023 weiter bestehen. Noch immer streiken die Fans während der ersten 15 Minuten eines jeden Spiels – um danach um so engagierter ihr Team anzufeuern.

Ihr Kampf um lokale Identität und lokale Besitzverhältnisse inmitten einer vom großen Geld geprägten Fußballwelt wirkt sympathisch und zugleich aus der Zeit gefallen. „Manchmal macht es mich traurig, dass wir diesen Bruch nicht kitten können. Aber ich akzeptiere auch die Sicht unserer Fans, denn ich weiß, dass sie aus Liebe zum Verein so handeln“, kommentiert Keller die unglückliche Situation.

Der Aboverkauf bei RACING für die Saison 2026-2027 begann am 2. Juni. Foto: Philipp Cleiß

Nationalspieler im Ausland engagiert

Ein Blick auf die Rolle des französischen Fußballs in Europa lässt erahnen, welchen Zwängen sich der Racing-Präsident gegenübersieht. Mit Dayot Upamecano, Michael Olise, Kingsley Coman (Bayern München), Jules Koundé (Barcelona), Markus Thuram,  Mike Maignan (Mailand), Kylian Mbappe, Eduardo Camavinga, Aurelien Tchouameni (Real Madrid), Christopher Nkunku (Chelsea), Ibrahima Konaté (Liverpool) und William Saliba (Arsenal) spielen 12 französische Nationalspieler bei Clubs im Ausland. Und könnte Paris SG nicht mit anderen europäischen Spitzenclubs mithalten, dann wären mit Lucas Chevalier, Lucas Hernandez, Warren Zaire-Emery, Ousmane Dembele, Desire Doué und Bradley Barcola (alle Paris SG) sechs weitere Nationalspieler längst bei Clubs im Ausland untergekommen.

Unterfinanzierte Ligue 1

Ein Vergleich offenbart, dass allein der Tabellenletzte der englischen Premier League in einer Saison mehr TV-Gelder scheffelt, als die gesamte französische Ligue 1 zusammen – inclusive PSG. Die chronische Unterfinanzierung des Profifußballes in Frankreich versuchen nach Paris SG auch Racing und andere Clubs durch Investoren auszugleichen. Ziel ist es, die eigenen Talente im Land zu halten und mit den Clubs der anderen europäischen Ligen konkurrenzfähig zu sein. Paris SG wurde zum Vorbild für die Ligue 1-Vereine und Racing hat mit BlueCo einen besonders (Finanz-)starken Partner gefunden.

Die Erfolge der letzten zwei Jahren geben Marc Keller recht – zum Leidwesen der Racing-Fans, die den Verkauf der Seele ihres Vereins befürchten. Dass nicht nur Straßburg sondern, mit Ausnahme von PSG, alle französischen Clubs „farm-land“ der anderen europäischen Ligen sind, macht die Dinge nicht einfacher.

Droht der Ausverkauf? 

Auch in der beginnenden Wechselfrist im europäischen Fußball strecken Briten, Deutsche, Italiener und Spanier wieder ihre Fühler nach Frankreich aus. Die jungen Racing-Profis Sebastian Nanasi (VfB Stuttgart), Diego Moreira (BVB), Guela Doué (Newcastle), Joaquin Panichelli (Atletico Madrid) und Ismael Doukouré (Eintracht Frankfurt) werden schon vor Öffnung der Transferfrist umworben und der eine oder andere wird vermutlich für einen Wechsel freigegeben.

Diego Moreira wird u.a. von Borussia Dortmund heftig umworben. Foto: Philipp Cleiß

Marc Keller machte gegenüber der Straßburger Tageszeitung „Dernières Nouvelles d´Alsace“ deutlich, dass Racing einige Spieler verkaufen muss, um die finanzielle Bilanz des Vereins in der Waage zu halten. Zugleich betont Keller, dass man auch in der kommenden Spielzeit an dem Ziel festhält, sich für einen europäischen Wettbewerb zu qualifizieren. Auch soll kein Spieler unter Preis verkauft werden und alle Abgänge sollen durch Neuerwerbungen ersetzt werden, die das Zeug haben, Racing weiter voranzubringen.

Vier Spieler nach Chelsea?

Einige Abgänge stehen ohnehin schon fest. Die zuletzt von Chelsea ausgeliehenen Mike Penders, David Fofana und Aaron Anselmino werden nach England zurückkehren. Auch die Wechsel von Emanuel Emegha und Valentin Barco zu Chelsea stehen schon fest.

Das Ziel für die anstehenden Wochen bis zum Saisonstart der Ligue 1 am 23. August 2026 und dem Ende der Transferfrist (1. Juli – 31. August) wird also darin bestehen, die Abgänge so zu ersetzen, dass Racing Ende Mai 2027 (letzter Spieltag am 29. Mai 2027) auf einem der Plätze 1-6 der Ligue 1 steht.

Zwei wichtige Termine

Während seit dem 2. Juni der Abo-Verkauf für bisherige Abonnenten läuft, die ihren bisherigen Platz verteidigen wollen, beginnt am 22. Juni um 10 Uhr der Verkauf für bisherige Abonnenten bei freier Platzwahl. Schließlich startet am 26. Juni der Abo-Verkauf für neuen Abonnenten.

Peter Cleiß

Ortenau Journal-Autor Peter Cleiß

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Voici la version française de l’article :

Par Peter Cleiß

La fierté ressentie par Marc Keller à l’égard des performances réalisées par ses joueurs, le staff technique et l’ensemble des salariés du Racing au cours de la saison 2025-2026 l’emporte sur la déception liée à la qualification manquée de peu pour une compétition européenne la saison prochaine.

Un bilan impressionnant

Demi-finaliste de la Coupe de France, demi-finaliste de l’UEFA Conference League, 8e du classement final de Ligue 1 et un total de 53 matchs officiels disputés : tel est le bilan d’une longue saison pour le Racing.

« Sur le plan émotionnel, nous avons vécu une saison formidable. Notre parcours européen, de Brøndby à Madrid, a été une expérience extraordinaire, dont le point culminant restera cette victoire 4-0 à domicile contre Mayence. Un match qui, comme le mémorable barrage contre Rennes en 1992 ou le coup franc libérateur de Dimitri Liénard pour le maintien en 2018, marquera durablement l’histoire du Racing », résume Marc Keller.

Avec une moyenne d’âge de seulement 21 ans, le Racing disposait de l’effectif professionnel le plus jeune d’Europe. Cette équipe est probablement aussi l’une de celles qui ont disputé le plus grand nombre de rencontres. Un facteur qui a peut-être coûté ce petit point manquant pour décrocher la septième place et une nouvelle qualification en Conference League. Lors des dernières rencontres de la saison, un manque de fraîcheur physique et mentale était perceptible.

Racing-Präsident Marc Keller

Le président du Racing, Marc Keller, tire un bilan positif. Photo : Philipp Cleiß

La Meinau toujours à guichets fermés

Malgré cela, la Meinau rénovée, qui peut désormais accueillir plus de 32 000 spectateurs, affiche complet depuis 72 matchs consécutifs. L’enthousiasme autour du club strasbourgeois continue de grandir.

La mémorable victoire 4-0 contre le club allemand du FSV Mayence 05, après une défaite 2-0 à l’aller en quart de finale de l’UEFA Conference League, entrera certainement dans l’histoire du Racing, tout comme le dernier match de la saison à domicile contre l’AS Monaco. Menés 3-1 à la mi-temps puis 4-1 après une heure de jeu, les Strasbourgeois ont renversé la situation de manière spectaculaire pour finalement s’imposer 5-4.

Une fracture persistante avec les supporters

Certains supporters qui avaient quitté le stade après le quatrième but monégasque ont probablement eu du mal à croire ce qu’ils lisaient au petit-déjeuner le lendemain matin lorsqu’ils ont découvert que le Racing avait remporté la rencontre et offert un véritable festival de football pour clôturer la saison. Malgré tous les aspects positifs, la rupture entre la direction du Racing et une partie des supporters, née de la vente du club au groupe américain BlueCo à l’été 2023, demeure. Les supporters poursuivent leur mouvement de protestation en restant silencieux pendant les quinze premières minutes de chaque rencontre avant de soutenir leur équipe avec encore plus de ferveur.

Leur combat pour préserver l’identité locale et un ancrage régional dans un football dominé par les enjeux financiers apparaît à la fois sympathique et quelque peu anachronique. « Cela me rend parfois triste de ne pas parvenir à combler cette fracture. Mais je respecte aussi le point de vue de nos supporters, car je sais qu’ils agissent par amour pour leur club », explique Marc Keller.

La campagne d’abonnements du Racing pour la saison 2026-2027 a débuté le 2 juin. Photo : Philipp Cleiß

Les internationaux français s’exportent

Un regard sur la place du football français en Europe permet de mieux comprendre les contraintes auxquelles Marc Keller est confronté. Dayot Upamecano, Michael Olise, Kingsley Coman (Bayern Munich), Jules Koundé (FC Barcelone), Marcus Thuram, Mike Maignan (AC Milan), Kylian Mbappé, Eduardo Camavinga, Aurélien Tchouaméni (Real Madrid), Christopher Nkunku (Chelsea), Ibrahima Konaté (Liverpool) et William Saliba (Arsenal) évoluent tous à l’étranger.

Et si le Paris Saint-Germain n’était pas capable de rivaliser avec les plus grands clubs européens, Lucas Chevalier, Lucas Hernandez, Warren Zaïre-Emery, Ousmane Dembélé, Désiré Doué et Bradley Barcola auraient probablement déjà rejoint eux aussi des clubs étrangers.

Une Ligue 1 sous-financée

Une comparaison révèle que le dernier du classement de la Premier League anglaise perçoit à lui seul davantage de revenus télévisés en une saison que l’ensemble de la Ligue 1, PSG compris. Comme le PSG, le Racing et d’autres clubs français tentent de compenser cette sous-financiation chronique grâce à l’arrivée d’investisseurs. L’objectif est de conserver les meilleurs talents en France et de rester compétitifs face aux clubs des autres grands championnats européens.

Le Paris Saint-Germain est devenu un modèle pour de nombreux clubs de Ligue 1, et le Racing a trouvé avec BlueCo un partenaire particulièrement puissant sur le plan financier. Les succès enregistrés ces deux dernières saisons semblent donner raison à Marc Keller, au grand dam de certains supporters qui redoutent une perte d’identité du club. Le fait que, hormis le PSG, la plupart des clubs français servent de « vivier » aux autres grands championnats européens ne facilite pas le débat.

Un risque de démantèlement de l’effectif ?

À l’ouverture du mercato estival, les clubs anglais, allemands, italiens et espagnols continuent de scruter le marché français.

Les jeunes talents du Racing Sebastian Nanasi (VfB Stuttgart), Diego Moreira (Borussia Dortmund), Guéla Doué (Newcastle), Joaquín Panichelli (Atlético Madrid) et Ismaël Doukouré (Eintracht Francfort) sont déjà convoités avant même l’ouverture officielle de la période des transferts. L’un ou l’autre pourrait être autorisé à partir.

Diego Moreira est notamment très convoité par le Borussia Dortmund. Photo : Philipp Cleiß

Marc Keller a indiqué au quotidien strasbourgeois Dernières Nouvelles d’Alsace que le Racing devra vendre certains joueurs afin d’équilibrer ses comptes. Dans le même temps, il affirme que l’objectif reste inchangé : qualifier le club pour une compétition européenne la saison prochaine. Aucun joueur ne sera vendu à un prix inférieur à sa valeur et chaque départ devra être compensé par une recrue capable d’apporter une réelle plus-value sportive.

Quatre joueurs vers Chelsea ?

Certains départs sont déjà actés. Mike Penders, David Fofana et Aaron Anselmino, prêtés par Chelsea, retourneront en Angleterre. Les transferts d’Emanuel Emegha et de Valentin Barco vers Chelsea sont également déjà programmés.

L’objectif des prochaines semaines, jusqu’au coup d’envoi de la saison de Ligue 1 le 23 août 2026 et à la clôture du mercato le 31 août, sera donc de remplacer ces départs de manière à permettre au Racing de terminer la saison 2026-2027 dans le Top 6 de Ligue 1.

Deux dates importantes

Depuis le 2 juin, les abonnés actuels peuvent renouveler leur abonnement et conserver leur place. Le 22 juin à 10 heures débutera la phase de vente réservée aux abonnés actuels avec libre choix des sièges. Enfin, la vente des abonnements pour les nouveaux abonnés commencera le 26 juin.

Peter Cleiß

Peter Cleiß, auteur pour Ortenau Journal

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