Es war also der zweite Besuch im Stade de la Meinau in Straßburg. War der erste Besuch noch geprägt von tiefer, nebliger und nasskalter Witterung kurz vor Weihnachten, sollte der zweite es in sich haben. Gegen den FC Lorient waren die Straßburger Kicker, wie alle Mitteleuropäer, von der Sehnsucht nach dem Frühling gezeichnet. Nach ein paar wärmenden Sonnenstrahlen. Müde und ohne Inspiration schoben sie die Kugel hin und her, doch ohne Spielwitz fällt es schwer, Spiele zu gewinnen. So gab es im letzten Spiel des Jahres 2025 ein zähes, torloses Remis.
Keine Odysee zum Stadion
Nun, da der vielbeschworene Frühling tatsächlich da ist, wirkten die Blau-Weißen wie ausgewechselt. Doch der Reihe nach. Der Weg ins Meinaustadion war diesmal schon etwas entspannter. Wir fuhren nicht, wie im Dezember, durch unwirtliche Banlieus der Elsass-Metropole. Geraldines Navi lotste uns direkt an die Rue Vanneaux, wo sich der Parkplatz für die Pressevertreter befindet. Auch der Weg zum und im Stadion wurde nicht zur Odysee. Sowohl bei Geraldine, die fußballtechnisch noch in der Fan-Ausbildung steckt, als auch bei mir wuchs die Vorfreude.
Sagenhafte Freundlichkeit
War ich beim Besuch im Dezember noch angetan von der herzlichen Freundlichkeit der Elsässer, bestätigte sich dieser Eindruck am vergangenen Wochenende. „Bonsoir Monsieur, ca va?“ – zu deutsch so viel wie „Guten Abend, der Herr. Wie geht es ihnen?“ – hört man aus jeder Ecke in den Katakomben der Straßburger Fußballarena. Garniert mit einem freundlichen Lächeln begleiten einen die Worte der einheimischen Vereinsangestellten bis hinauf zur Pressetribüne. Die befindet sich fast unter dem Dach der ohnehin sehr steilen Haupttribüne, wo einem ob der Höhenluft beinahe schwindlig wird.

Die Fans von Racing Straßburg geben alles. Foto: Geraldine Zimpfer
Vater und Sohn beieinander
Unser Racing-Experte und Gastautor Peter Cleiß erwartete uns und winkte uns schon von weitem zu. Neben ihm saß sein Sohn Philipp, der sonst für erstklassige Sportfotos aus dem Schmuckkästchen Meinaustadion sorgt. Diesmal wollte er das Spitzenspiel neben seinem Vater von oben verfolgen. Was gibt es besseres, als wenn Vater und Sohn die gleiche Leidenschaft teilen und gemeinsam die Spiele jenseits des Rheins verarbeiten können.
Gelb-Roter Verein
Wie schon zart angedeutet, sollte diese Partie gegen den Tabellenzweiten und hartnäckigen Verfolger von Serienmeister Paris Saint Germain, RC Lens, etwas besonders werden. Die Fans im Gästebereich in der rechten Stadionecke gegenüber waren natürlich in gelb-rot gekleidet. Die Vereinsfarben des RC. Das erinnerte mich an meine alte Liebe Düsseldorfer EG, einen ganz besonderen Eishockey-Club. Schon mit 14 Jahren bestimmte ich die Farben meines eigenen, winzigen Hockey-Clubs „Asphaltteufel“ mit gelb-rot.
Der Investor ist immer noch da
Wie immer obligatorisch war auch diesmal der stille Protest der Straßburger Fans. In den ersten 15 Minuten verweigern diese den Support, um ihre Ablehnung des Investorenmodells mit BlueCo als Investor zu unterstreichen. Ein Spruchband wurde entrollt: „Pour un Racing independiant Populaire et different“, was soviel heißt wie „Für einen unabhängigen, volksnahen und anderen Racing Club.“ Das machen sie schon seit vielen Monaten. Genützt hat es bislang nichts. Der Investor ist immer noch da. Und seien wir ehrlich. Es ist nicht zum Schaden des Clubs. Die Straßburger spielen auch in der aktuellen Spielzeit oben mit. Derzeit ist es Platz Sieben mit Anschluss auf Platz fünf, der für die Teilnahme an der Europa League berechtigt.

Die gelb-roten Fans von RC Lens trugen zum Gelingen des Abends bei. Foto: Geraldine Zimpfer
Zauberfußball in der Meinau
Auf der anderen Seite wollte Lens mit einem Sieg den Anschluss an Spitzenreiter PSG halten. Es ging also um etwas an diesem Freitag Abend im Straßburger Süden. Doch, so viel sei verraten, daraus wurde nichts. Weder für Straßburg, noch für Lens. Denn das Spiel sollte 1:1 enden. Wieder Unentschieden also. Aber eines von der besten Sorte. Denn was die 22 Akteure da unten auf den wohl gepflegten Rasen zauberten, gehörte zur europäischen Spitze. Auch Geraldine war entzückt.
Teilweise offener Schlagabtausch
Sanft wie eine Feder im Wind zirkuliert das Leder in den Reihen der beiden Spitzenteams. Ein Kurzpassspiel wie aus dem Lehrbuch. Dazwischen immer wieder unwiderstehliche Vertikalpässe. Das nennt man Variantenreichtum. Es war teilweise ein offener Schlagabtausch. Beide Mannschaften wollten gewinnen. Der Racing, um den Anschluss an die internationalen Plätze zu halten beziehungsweise um einen Platz aufzuholen. Lens, um dem großen Favoriten Paris weiter Paroli bieten zu können. So gesehen half das spätere Ergebnis keinem der beiden Vereine.
Fantastisches Spektakel
Die technischen Finessen der französischen Elite-Kicker können sich sehen lassen. Mehrmals lassen Spieler den Ball, der zuvor meterweit in luftige Höhen bugsiert wurde, beim herunterkommen lässig mit dem Spann zu Boden geleiten, um ihn umgehend zu kontrollieren und den nächsten Spielzug einzuleiten. Solche Kabinettstückchen sieht man in Deutschland fast nur bei Bayern München oder dem VfB Stuttgart. Diese beiden Clubs bieten ebenso ein fantastisches Spektakel wie Racing Straßburg und der RC Lens an diesem Frühlingsabend.

Lässt attraktiven Fußball spielen: Racing-Trainer Gary O´Neil. Foto: Philipp Cleiß
Chancenwucher beim RC Lens
Ehrlicherweise muss man anmerken, dass wenn die Nordfranzosen ihr Zielwasser nicht verschüttet, sondern getrunken hätten, sie den Platz als Sieger verlassen hätten. Aber „Hätte hätte, Fahrradkette“. Mindestens acht Mal droschen die gelb-roten Angreifer die Kugel meterweise über das Gehäuse der Straßburger, und das in aussichtsreicher Position. Doch auch die Gastgeber wussten zu gefallen. Man hatte immer das Gefühl, es könnte jederzeit etwas spielentscheidendes passieren. Gegen Spielende kam dann auch noch eine Siegtorchance, die aber ungenutzt blieb.
Ein bisschen in den Racing verliebt
Bei so viel guter Unterhaltung für das eigene Fußballherz konnte man sich ein Stück weit sogar in den Racing Club de Strasbourg verlieben. Besser gesagt, in seinen gepflegten Spielstil. Auch die Stimmung im Stadion ließ wieder keine Wünsche offen. Nach den obligatorischen 15 Minuten des Schweigens schallten die Schlachtgesänge der heimischen Ultras im Sekundentakt durch die Arena.
Kein Siegtreffer für Straßburg
Es war ein Abend, der fast keine Wünsche offen ließ. Abgesehen vom Siegtreffer für Straßburg, der nicht mehr fallen sollte, auch weil der Schiedsrichter einen Elfmeter nach Ansicht der Bilder zurücknahm. Zu gerne würde man diese feine Truppe einmal gegen Manchester City oder Real Madrid auflaufen sehen.
Siehe auch hier:
Football enchanteur et duel ouvert à Strasbourg : un petit coup de foudre pour le Racing face au RC Lens
Air de printemps plutôt que brouillard hivernal : dans le salon du Racing Club de Strasbourg Alsace, le Stade de la Meinau, les spectateurs ont vécu une véritable fête du football. Lors du match nul 1-1 contre le RC Lens, Strasbourg s’est montré joueur, techniquement brillant et enthousiasmant. Après un silence protestataire des supporters contre l’investisseur BlueCo, la rencontre s’est transformée en un échange intense de très haut niveau européen. Les occasions ont abondé des deux côtés – seul le but décisif a manqué. Une expérience de stade qui donne envie de revenir.
Par Wolfgang Huber
C’était donc la deuxième visite au Stade de la Meinau à Strasbourg. Alors que la première, peu avant Noël, s’était déroulée dans une atmosphère brumeuse, froide et humide, la seconde allait offrir un tout autre visage. Face au FC Lorient, les Strasbourgeois, comme tous les Européens d’Europe centrale, semblaient animés par la nostalgie du printemps et par l’envie de quelques rayons de soleil. Fatigués et sans inspiration, ils se contentaient de faire circuler le ballon sans créativité. Il est difficile de gagner un match sans esprit de jeu, et le dernier match de l’année 2025 s’était soldé par un nul laborieux et sans but.
Pas d’odyssée vers le stade
Maintenant que le printemps tant attendu était enfin arrivé, les Bleu et Blanc semblaient transformés. Le chemin vers la Meinau fut cette fois plus détendu. Nous ne traversions plus, comme en décembre, les banlieues hostiles de Strasbourg. Le GPS de Géraldine nous guida directement vers la rue Vanneaux, où se trouve le parking réservé à la presse. L’accès au stade et la circulation à l’intérieur ne furent plus une odyssée. La joie et l’impatience montaient, autant chez Géraldine, encore en formation de fan de football, que chez moi.
Amabilité légendaire
Lors de ma visite en décembre, j’avais été impressionné par l’amabilité des Alsaciens. Ce week-end-là, cette impression fut confirmée. « Bonsoir Monsieur, ça va ? » – un accueil que l’on entend à chaque coin des catacombes du stade, toujours accompagné d’un sourire chaleureux. Ces paroles amicales nous accompagnent jusqu’à la tribune de presse, presque sous le toit de la tribune principale très pentue, où la hauteur donne presque le vertige.

Les supporters du Racing Strasbourg donnent tout. Photo : Geraldine Zimpfer
Père et fils ensemble
Notre expert Racing et auteur invité, Peter Cleiß, nous attendait et nous fit signe de loin. À côté de lui, son fils Philipp, habituellement chargé de photos sportives d’exception dans le bijou qu’est la Meinau, voulait suivre ce match de haut, aux côtés de son père. Quoi de mieux que de partager cette passion en famille et de vivre ensemble les matchs de l’autre côté du Rhin ?
Club jaune et rouge
Comme déjà évoqué, cette rencontre contre le dauphin du championnat et poursuivant tenace du champion en titre Paris Saint-Germain, le RC Lens, s’annonçait particulière. Les supporters visiteurs, situés dans le coin droit du stade, portaient bien sûr les couleurs jaune et rouge du club. Cela me rappelait mon ancien amour pour le Düsseldorfer EG, un club de hockey très spécial. Dès l’âge de 14 ans, je choisissais déjà les couleurs de mon petit club de hockey « Asphaltteufel » : jaune et rouge.
L’investisseur est toujours là
Comme toujours, les supporters strasbourgeois observèrent leur protestation silencieuse. Pendant les 15 premières minutes, ils refusèrent de soutenir l’équipe, pour montrer leur désaccord avec le modèle d’investisseur et BlueCo. Une banderole proclamait : « Pour un Racing indépendant, populaire et différent », comme cela dure depuis des mois. Cela n’a encore rien changé : l’investisseur est toujours là. Et soyons honnêtes, cela n’a pas nui au club. Strasbourg est encore compétitif cette saison, actuellement à la 7e place, avec un contact sur la 5e place donnant accès à la Ligue Europa.

Les supporters en jaune et rouge du RC Lens ont contribué au succès de la soirée. Photo : Geraldine Zimpfer
Football magique à la Meinau
De leur côté, Lens voulait un succès pour rester au contact du leader PSG. La soirée avait donc de l’importance dans le sud de Strasbourg. Mais, comme annoncé, le résultat final fut 1-1. Un nul, donc, mais d’excellente facture. Ce que les 22 acteurs ont réalisé sur cette pelouse impeccablement entretenue relevait du plus haut niveau européen. Même Géraldine était ravie.
Duel ouvert
Le ballon circulait doucement comme une plume dans les rangs des deux équipes. Un jeu de passes courtes digne d’un manuel, ponctué de passes verticales irrésistibles. Un duel ouvert se déroulait. Les deux équipes voulaient gagner : le Racing pour se rapprocher des places européennes, Lens pour rester au contact du PSG. Au final, ce match nul n’a satisfait aucun des deux clubs.
Spectacle fantastique
Les prouesses techniques des footballeurs d’élite français étaient impressionnantes. À plusieurs reprises, les joueurs contrôlaient avec aisance le ballon tombant après un dégagement de plusieurs mètres, pour immédiatement enchaîner le jeu. Ce type de spectacle ne se voit presque qu’au Bayern Munich ou au VfB Stuttgart. Racing Strasbourg et Lens ont offert une performance tout aussi fantastique ce soir de printemps.

Fait jouer un football attractif : l’entraîneur de Racing, Gary O’Neil. Photo : Philipp Cleiß
Occasions manquées pour Lens
Honnêtement, si les Nordistes avaient été plus précis dans la finition, ils auraient quitté le terrain vainqueurs. Huit fois au moins, les attaquants jaune-rouge envoyèrent le ballon bien au-dessus du but, malgré des situations favorables. Strasbourg a aussi montré de belles choses. À tout moment, il semblait que le match pouvait basculer. Une dernière occasion de but en fin de rencontre ne fut pas convertie.
Un petit coup de foudre pour le Racing
Avec autant de spectacle et d’émotions pour le cœur des supporters, on pouvait presque tomber amoureux du Racing Club de Strasbourg Alsace et de son jeu élégant. L’ambiance dans le stade était également au rendez-vous : après les 15 minutes de silence obligatoires, les chants des ultras résonnaient en continu dans l’arène.
Pas de but pour Strasbourg
C’était une soirée qui n’a presque rien laissé à désirer. À part le but victorieux pour Strasbourg, qui ne vint pas, le penalty annulé par l’arbitre ayant été la seule occasion manquée. On aimerait tant voir cette belle équipe affronter un jour Manchester City ou le Real Madrid.
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