Aufgrund der Fülle an Presseinformationen, die uns im Laufe der Zeit erreichen und der begrenzten zeitlichen und personellen Ressourcen beim Ortenau Journal, haben wir im September mit dem Polit-Splitter ein neues Format gestartet, das kompakt und mit einem Augenzwinkern über politische Entwicklungen in der Region informiert und einen Überblick über die wichtigsten Personalien und Themen aus der politischen Szene des Kreises zusammen.
Zwei Rettungsprojekte
Gemeinsames Bohren dicker Bretter zahlt sich aus: Die Landtagsabgeordneten Bernd Mettenleiter (Grüne) und Willi Stächele (CDU) haben laut ihrer Pressemitteilung erreicht, dass gleich zwei Rettungsprojekte in Achern Landesförderung erhalten. Der Neubau der DRK-Rettungswache wird mit 2,8 Millionen Euro unterstützt, der Um- und Erweiterungsbau der DLRG-Wache mit 1,3 Millionen Euro. Grundlage ist der Nachtragshaushalt 2025/26 mit zusätzlichen 80 Millionen Euro für den Rettungsdienst, den der Finanzausschuss nun konkret verteilt hat.
Lange Wege zum Krankenhaus
Mettenleiter freut sich über die Baugenehmigung und den baldigen Start, Stächele verweist auf veraltete Standorte und zu lange Wege zum neuen Krankenhaus. Von dem landesweiten 200-Millionen-Pakets für den Bevölkerungsschutz profitieren über 30 Projekte – Achern gleich doppelt. Zufall? Eher Beharrlichkeit.

Zeigte Beharrlichkeit: MdL Willi Stächele (CDU). Foto: CDU Baden-Württemberg
Mittendrin auch Deutschland
Die Linke zeichnet ein düsteres Bild der Weltlage: 2026 startet mit einem völkerrechtswidrigen Angriff auf Venezuela, bei dem die USA sich Öl sichern und China ausbremsen wollen. Militärische Machtpolitik und Rohstoffhunger bestimmen laut Text die internationalen Beziehungen – mittendrin auch Deutschland und die EU. Mit der von CDU, SPD und Grünen beschlossenen „Jahrhundertaufrüstung“ steuere die Bundesrepublik auf den Rang der drittgrößten konventionellen Militärmacht zu.
Steigende Kriegsgefahr
Mehr Waffen bedeuteten demnach jedoch nicht mehr Sicherheit, sondern steigende Kriegsgefahr. Während Rheinmetall & Co. volle Auftragsbücher haben, fehlten Mittel für Soziales, Bildung und Klimaschutz. Über diese Entwicklung und möglichen Widerstand diskutieren die Europaabgeordnete Özlem Alev Demirel und die Landtagskandidatin und Spitzenkandidatin Amelie Vollmer am Montag, 9. Februar um 19 Uhr im Linke-Büro in der Langestraße 18 in Offenburg.

Amelie Vollmer aus Offenburg ist Spitzenkandidatin der Linken. Foto: Die Linke
Bury bei der Lebenshilfe
Die Lebenshilfe im Kinzig- und Elztal ist nicht nur sozialer Anker, sondern auch handfester Wirtschaftsfaktor: Mit 344 Beschäftigten und 271 belegten Werkstattplätzen zählt sie zu den größten Arbeitgebern der Region. Davon überzeugte sich CDU-Bundestagsabgeordneter Yannick Bury bei einem Besuch am Standort Haslach gemeinsam mit Bürgermeister Armin Hansmann. Bei einem Rundgang durch die Werkstätten würdigte Bury das Engagement der Mitarbeitenden und des Trägervereins, wie es in seiner Pressemitteilung heißt.
Akuter Fachkräftemangel
Vorstand Martin Schmid schilderte demnach aktuelle Herausforderungen: schwächere Auftragslagen durch die Wirtschaftslage, aber stabile Stammkundschaft und akuter Fachkräftemangel im heilpädagogischen Bereich. Hansmann habe die Bedeutung der Lebenshilfe als sozialen Pfeiler betont, Bury lobte Inklusion und Teilhabe im ländlichen Raum – und versprach, sich in Berlin für weniger Bürokratie bei der Fachkräftegewinnung einzusetzen. Papierkram abbauen, Teilhabe ermöglichen. Die Worte hör ich wohl.

War zu Besuch bei der Lebenshilfe: Yannick Bury (CDU). Foto: Yannick Bury
Besuch vom Minister
Grüne Verkehrspolitik zum Anfassen – und zum Mitfahren: Am Freitag, 20. Februar 2026, kommt Verkehrsminister Winfried Hermann in die Gemeinde Biberach im Landtagswahlkreis Offenburg. Los geht es stilecht mit einer Fahrt in der Regionalbahn RS 12 von Oberharmersbach-Riersbach nach Biberach – minutengenau getaktet, ganz im Sinne des ÖPNV.
Eintrag ins Goldene Buch
Am Bahnhof soll dann der Austausch mit Bürgermeister Breig, MdL Thomas Marwein und der Landtagskandidatin Maren Seifert folgen, bevor sich Hermann im Rathaus ins Goldene Buch einträgt. Höhepunkt sei am Abend eine öffentliche Informationsveranstaltung zur „Mobilität der Zukunft in Baden-Württemberg und im Kinzigtal“. Presse und Bürgerschaft sind eingeladen – schließlich soll Verkehrspolitik nicht nur rollen, sondern auch erklärt werden.

Landtagskandidatin Maren Seifert trifft den Verkehrsminister in Biberach. Foto: Maren Seifert
AfD-Spitzenkandidat zu Gast
Die AfD Ortenau lädt am 10. Februar ab 19 Uhr zum Bürgergespräch in die Sternenberghalle in Friesenheim. Im Mittelpunkt stehen Ministerpräsidentenkandidat Markus Frohnmaier und der Direktkandidat im Wahlkreis 50, Benjamin Rösch, unterstützt von Martin Rothweiler aus Villingen-Schwenningen, Listenplatz 2.
„Mehr als Hagel und Özdemir“
Nach kurzen Vorträgen können die Besucher Fragen an die Kandidaten richten. Rösch betont, dass es bei der Wahl nicht nur um ein Duell „Hagel gegen Özdemir“ gehe, sondern die AfD eine „bessere Alternative zu Schwarz und Grün“ biete. Eine Gelegenheit für Bürger, Partei und Programm direkt zu erleben – samt persönlichem Gespräch mit den Kandidaten. Ironie inklusive: Politik zum Anfassen.

Hat einen Auftritt in Friesenheim: AfD-Spitzenkandidat Markus Frohnmaier. Foto: Markus Frohnmaier
Wert auf Design und Nachhaltigkeit
Grüne Politiker auf Wirtschaftstour: Sandra Boser MdL und Finanzminister Dr. Danyal Bayaz besuchten die Wagner System GmbH in Lahr, um sich über die Lage des familiengeführten Unternehmens zu informieren. Geschäftsführerin Ellen Wagner stellte das Unternehmen vor, das aus einer Garage in den 1970ern entstand und heute rund 200 Mitarbeitende beschäftigt, wie das Büro Boser mitteilt. Neben Möbelkomponenten legt Wagner System Wert auf Design, Nachhaltigkeit und gesellschaftliches Engagement als Inklusions- und Ausbildungsbetrieb.
Stabile Marktposition
Boser habe die Bedeutung der Fachkräftesicherung hervorgehoben, Danyal Bayaz betonte die Priorität wirtschaftlicher Belebung für das Land. Trotz rückläufiger Kaufkraft sei die stabile Marktposition gesichert. Bei einem Rundgang durch Produktion und Logistik präsentierte Wagner System demzufolge Lean-Management, Produktvielfalt und Kundennähe – von Rollen und Möbelbeinen bis zum QuickClick-System. Politiker und Unternehmer zeigten sich sich einig: verlässliche Rahmenbedingungen sind das A und O für Investitionen und Weiterentwicklung. Ein Treffen, das Wirtschaft, Innovation und Politik charmant miteinander verband – ohne Zaubertrick, nur echte Praxis.

Machte sich vor Ort ein Bild von Wagner System in Lahr: Finanzminister Dr. Danyal Bayaz. Foto: Danyal Bayaz
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