Wirtschaft

Spektakulärer Durchbruch unter dem Panamakanal: Herrenknecht-Maschine erreicht U-Bahn-Station Balboa

Tunnelbau in Panama
© Florian Kulke – Das Team von Herrenknecht nach dem Durchbruch unter dem Panamakanal.
Mit dem Durchbruch unter dem Panamakanal rückt die Zukunft der U-Bahn Panama-Stadt näher. Die 13,5 Meter große Tunnelbohrmaschine von Herrenknecht erreichte am 2. Februar 2026 die Station Balboa, nachdem sie seit September 2024 unermüdlich gegraben hatte. Der Tunnel soll die westlichen Vororte mit der Innenstadt verbinden, Staus verringern und täglich 150.000 Pendler schneller ans Ziel bringen. Experten loben Technik, Sicherheit und digitale Steuerung der Mega-Maschine.
Durchbruch unter dem Panama-Kanal

Seit September 2024 bohrt eine riesige Herrenknecht-Tunnelbohrmaschine (TBM) einen U-Bahn-Tunnel unter dem Panamakanal. Am 2. Februar 2026 erreichte das bauausführende Konsortium HPH mit dem TBM-Giganten – Durchmesser 13,5 Meter – ein wichtiges Etappenziel nach der Unterquerung des Panamakanals: den Durchbruch zur zukünftigen U-Bahn-Station Balboa. Das teilt das Unternehmen mit. Nun stehen demnach noch die letzten 1,5 Kilometer auf dem Programm bis zum finalen Durchbruch. Die Tunnelbauer betreten mit dem Vortrieb unter dem Panamakanal Neuland und vertrauen auf die Technik aus Schwanau.

Verbindung zur Innenstadt

Der rund 4,5 Kilometer lange Tunnel sei das Schlüsselbauwerk der neuen U-Bahn-Linie 3, die westliche Vororte und die Innenstadt von Panama-Stadt verbinden wird. Bisher würden morgens und abends jeweils 150.000 Menschen über eine Brücke auf dem Weg zur und von der Arbeit pendeln. Die 25-Kilometer-Fahrt würde wegen vieler Staus mehrere Stunden in Anspruch nehmen.

„Versprochene Zukunft rückt näher“

Hierauf bezog sich der Direktor der Metro Panama, César Pinzón, bei der Feierlichkeit in der Station Balboa: „Dieser erste Abschnitt ist für Tausende von Einwohnern ein konkretes Zeichen dafür, dass die versprochene Zukunft näher rückt mit einer schnellen und sicheren Mobilität.“ Auch José Raúl Mulino, der Präsident von Panama, habe sich geäußert: „Ich gratulieren Ihnen allen, die diese herausfordernde Expedition unter dem Kanal möglich gemacht haben.“

Erstmals unter dem Panamakanal

Der Panamakanal ist eine der weltweit meistgenutzten und damit wichtigsten Wasserstraßen. Entsprechend strikt seien die Vorgaben, dass der Tunnelbau die Betriebssicherheit des Panamakanals zu keinem Zeitpunkt beeinträchtigen darf. Angesichts der komplexen Geologie mit einem hohen Grundwasserdruck über 60 Meter unter dem Meeresspiegel habe sich das bauausführende Konsortium HPH mit den Unternehmen Hyundai Engineering & Construction, Posco Engineering & Construction und Hyundai Engineering für eine Herrenknecht-Maschine vom Typ Mixschild entschieden.

Präsident von Panama (mitte)

Der Präsident von Panama (mitte) staunt über den Durchbruch. Foto: Florian Kulke

Komplexe Baugrundbedingungen

Um die U-Bahn zweigleisig durch den Tunnel führen zu können, wurde ein entsprechend großer Tunneldurchmesser geplant – daran ausgerichtet habe die TBM einen Durchmesser von 13,5 Metern. Sie ist damit die größte Maschine ihrer Art in Lateinamerika. Der von Herrenknecht entwickelte Maschinentyp Mixschild sei darauf ausgelegt, komplexe Baugrundbedingungen und hohen Grundwasserdruck sicher und effizient zu beherrschen. In enger Abstimmung mit den Spezialisten des Kunden haben die Herrenknecht-Ingenieure die Maschine für die Unterquerung des Panamakanals mit einem begehbarem Schneidrad ausgestattet: Der Wechsel der Abbauwerkzeuge an der Vorderseite des Schneidrads ist von der Rückseite unter atmosphärischem Druck möglich.

Vielfältiges Equipment

Francisco Avila ist der CEO der Herrenknecht-Landesgesellschaft in Panama, zeigte sich demzufolge beeindruckt davon, wie das vielfältige Equipment und die Services aus dem Herrenknecht Konzern ineinandergreifen und den gesamten Tunnelbau optimieren: „Es war am Ende ein großes Paket, das wir spezifisch auf die Anforderungen des Kunden hin angeboten und geschnürt haben. Zum Beispiel: Schalungen für die Tübbinge zur Auskleidung des gebohrten Tunnels, eine Separationsanlage für die Aufbereitung des abgebauten Bodens, drei Multiservice-Fahrzeuge für die Tunnel- und Baustellenlogistik oder Systeme zur präzisen Navigation der riesigen Maschine.“

Mit 4.500 Sensoren ausgestattet

„Alleine die TBM ist mit über 4.500 Sensoren ausgestattet. Deren Daten im Blick zu behalten und sie für die Steuerung von Prozessen zu nutzen, ist eine Herausforderung. Die Tools und Dashboards von Herrenknecht.Connected sind die Lösung. So haben alle Beteiligten im Projekt Zugriff auf Echtzeitdaten aus dem laufenden Vortrieb – vom Bauherrn und den Partnern im internationalen Joint Venture bis hin zu unserem Team in Deutschland“, zeigte sich Jürgen Hoss, Leiter im Projektmanagement von Herrenknecht, überzeugt.

Kritische Unterquerung

Seit dem Vortriebsstart im September 2024 am westlichen Ufer des Panamakanals hätten die Teams die Großmaschine sicher und mit immer stärkerer Performance in Richtung Ziel gesteuert. Die kritische Unterquerung des Panamakanals meisterten sie ohne problematische Vorfälle, wie es weiter heißt. Im Oktober 2025 erreichten sie ihre bisherige Spitzenleistung von 150 Tübbingringen bzw. 300 Metern pro Monat.

red/wh

Siehe auch hier:

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