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Eine Weltreise (5): Ein Jahr Auszeit, tausende Kilometer – So radelte und reiste Christian Huber um die Welt

Reisebericht Christian Huber
© Christian Huber – Der Weiße Tempel von Chiang Rai in Thailand beeindruckt Reisende.
Zwischen Tempeltrubel, Segelromantik und Dschungelpfaden entfaltet sich in Thailand ein Reiseabschnitt voller Kontraste. Christian Huber erzählt in Teil 5 seines Reiseberichts von Silvester über den Dächern Bangkoks, entspannten Tagen vor Phuket, stilleren Momenten im Norden und Begegnungen abseits der touristischen Routen. Persönliche Momente aus einem einjährigen Reiseabenteuer, das vom Massentourismus bis zur einfachen Dorfhütte reicht – und zeigt, warum Thailand mehr ist als nur ein Urlaubsziel.
Von Christian Huber

Als gebürtiger Ortenauer erfüllte ich mir in einer einjährigen beruflichen Auszeit einen langgehegten Wunsch: Eine lange Reise mit einem großen Anteil Fahrradfahren. Im August 2024 brach ich von meiner Haustür in Frankfurt aus mit dem Fahrrad Richtung Athen auf. Nach genau einem Jahr kam ich am Frankfurter Flughafen aus Jakarta/Indonesien zurück.

Mit dem Rad nach Athen

Dazwischen lag ein spannendes Reise-Jahr, das mich zunächst mit dem Fahrrad durch Österreich, Italien, Slowenien, Kroatien, Montenegro und Albanien nach Athen führte. Weiter ging es mit dem Rucksack von Indien aus über Nepal, Thailand, Laos, Kambodscha, Malaysia, Singapur, Neuseeland, Australien, Vanuatu und Indonesien.

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Ko Phi Phi (Thailand).

Bei der Ankunft in Bangkok gab es einen Kulturschock der anderen Art: lange nicht mehr so viele Touristen gesehen! Nach Weihnachten ist Hochsaison. In Thailand wollte ich nach den anstrengenden ersten Monaten relaxen. Geplant waren, Silvester in Bangkok zu feiern, dann bei Phuket im Süden eine Woche zu segeln, weiter in den Norden nach Chiang Mai und Chiang Rai und schließlich auf dem Landweg nach Laos.

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Route durch Thailand, Laos, Kambodscha (l.), Königspalast (m.), Trubel am Train-Market (r.).

Silvester in Bangkok

Die Besichtigung der Sehenswürdigkeiten in und um Bangkok war natürlich Pflichtprogramm. Unzählige Tempel gab es zu sehen: Wat Arun, Wat Pho, Wat Paknam, Wat Praduchimpli. „Wat noch?“ fragte ich, und quetschte mich mit tausenden Flipflop tragender Touristen auch noch in den Königspalast, in den golden Mount Tempel, durch Märkte auf Eisenbahnschienen und schwimmende Märkte, in große Fähren auf großen Flüssen und kleine auf Kleinen. Schön herausgeputzt und schön anzuschauen war alles, aber in der Hitze war es anstrengend. Die Vorfreude auf ein kühles Bier zum Abendessen konnte ich nicht leugnen. Vielleicht in Kombination mit einem Absacker auf der berühmt berüchtigten Khaosan Road, denn mein Hotel war ganz in der Nähe.

In Bangkok traf ich einen Freund aus Frankfurt und an meinem Geburtstag gönnten wir uns etwas ganz Besonderes: im German Beerhouse gab’s Schnitzel und Leberkäse mit Spiegelei. Die Bewahrer des authentischen Reisens mögen mir bitte verzeihen, denn es sollte bis zum Ende meiner Reise der einzige kulinarische Fehltritt bleiben. Silvester in Bangkok zu feiern war ein tolles Erlebnis. Ein Freund des Freundes hatte auf seine Dachterrasse eingeladen. Die Stadt und das Feuerwerk von oben zu sehen, war wirklich sehenswert!

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Floating Markets (l.), China-Town Bangkok (m.), Silvester über den Dächern (r.).

Segeln vor Phuket

Anfang Januar schloss ich mich für eine Woche dem erfahrenen Skipper Reiner Schäfer aus Saarbrücken auf dem gleichnamigen Segelboot an. Wir vier Gäste bildeten die Mannschaft und unterstützten ihn beim Segelsetzen und allerlei Manövern. Im Gegenzug fragte ich ihn über die Südsee aus, da er schon die halbe Welt umsegelt hatte. Es war eine entspannte Zeit. Wir ankerten, schwammen und schnorchelten vor Bilderbuchkulissen wie die Inseln Ko Phi Phi oder Ko Yau Yai, vor Krabi und James Bond-Schauplätzen. Die Insel Ko Phi Phi war von der Tsunami-Katastrophe 2002 sehr stark betroffen. Es gibt eine informative Gedenkstätte und heute findet man an allen Stränden Tsunami-Evakuierungs-Hinweise.

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Unzählige Inselchen vor Phuket (l.). Auf Ko Phi Phi (r.).

Chiang Mai und Chiang Rai: gemütliche Städte im Norden

Die beiden Städte im Norden sind gemütlich und waren etwas weniger überfüllt mit Touristen als die Inseln und Bangkok. Viele Tempel gab es auch hier zu sehen und mit dem Motorroller war ich flexibel. Linksverkehr war am Anfang ungewohnt, wurde im weiteren Verlauf meiner Reise jedoch zur Normalität. Auch den Doi Inthanon, den unspektakulären, höchsten Berg Thailands (2.565m), habe ich mit dem Roller erklommen.

Tour ans Dreiländereck

Dabei bestand das größte Abenteuer darin, in der ländlichen Gegend zu tanken. Sehr sehenswert war die Tour ans Dreiländereck Thailand, Laos, Myanmar an der Mündung eines Mekong-Zuflusses. In Mae Sai, der nördlichsten Stadt Thailands wagte ich vom geschäftigen Grenzübergang aus nur einen kurzen Blick durch den Zaun; dort einzureisen war mir zu heikel. Auf dem Rückweg entlang der Grenze gab es weitere Blicke tief nach Myanmar hinein.

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Weißer Tempel in Chiang Rai (l.), Tempel in Chian Mai (m.), Blick nach Myanmar (r.).

Durch den Dschungel in die Dörfer der Karen

Nach den lebhaften Städten war die dreitägige Wandertour durch den Regenwald mit Übernachtung in einfachen Dörfern der Karen eine willkommene Abwechslung. Der lustige einheimische Guide Jo Jo führte die internationale Gruppe durch den Dschungel – Pflanzenkunde und Liane-Schwingen inbegriffen. Das Leben in den Dörfern, die von Flüchtlingen aus Myanmar erbaut wurden, ist sehr einfach. Es gibt keine Elektrizität und die Orte sind nur mit Floßen und über Dschungelpfade erreichbar. Auf einem Bambus-Floß ging es am letzten Tag durch ordentliche Stromschnellen zurück.

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Gegrillter Skorpion (l.), Bambus-Fähre (m.), mit dem Thai-Box-Champion (r.)

Thailand ist ein unkompliziertes Reiseland

In Thailand zu reisen ist einfach, vor allem in den Touristenzentren bekommt man alles und wer will, kann sich wie zuhause fühlen. In Bangkok versorgte mich ein Taxifahrer sogar mit den Bundesliga-Ergebnissen. Auf den Nachtmärkten gab’s für Genießer auch Exotisches wie Schlange oder gegrillte Skorpione. Die Menschen sind sehr freundlich und das Klima im Winter ist top. Das alles macht Thailand zu einem beliebten Ziel von Pauschal- und Individualreisenden. Da die VISA-Bestimmungen großzügig sind, ist auch ein langfristiger Aufenthalt möglich, wie mir der schwedische Historiker Göran erklärte und mich zum Beweis in seine Küche einlud.

Ein Stück Heimat: Die Wahl

Ich weiß nicht mehr, wann genau ich die vorgezogene Bundestagswahl zu meiner persönlichen Herausforderung gemacht habe. Vielleicht, als ich in Thailand Langeweile hatte. Erst war es eine Schnapsidee. Dann wurde es konkreter. Ich kontaktierte das Wahlamt in Frankfurt und das Auswärtige Amt. Demnach war es möglich, in einer Botschaft Briefwahl zu machen, wenn Wahlamt und Botschaft mitspielten. Meine Wahl für die Wahl fiel auf Phnom Penh in Kambodscha. Den Nachtzug Richtung Süden buchte ich frühzeitig, denn es war Hochsaison. Ich war gespannt, ob das alles klappt.

Jetzt zog es mich erst einmal weiter zum nördlichen Nachbarn Laos. Die Grenze verläuft am Mekong ein paar Stunden Busfahrt von Chiang Rai.

Wie ging es weiter mit der Weltreise von Christian Huber? Teil 6 am Freitag im Ortenau Journal!

Siehe auch hier:

Eine Weltreise (2): Ein Jahr Auszeit, tausende Kilometer – So radelte und reiste Christian Huber um die Welt

Eine Weltreise (3): Ein Jahr Auszeit, tausende Kilometer – So radelte und reiste Christian Huber um die Welt

Eine Weltreise (4): Ein Jahr Auszeit, tausende Kilometer – So reiste Christian Huber um die Welt – Heute: Nepal

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