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Bilanz: großer Sport, Emotionen und starke Organisation: Korker Box-Gala wird zum Publikumserfolg

Korker Box-Gala
© Krasniqi Event – Die Brüder Drin und Kaltrim Krasniqi mit Champion Felix Kriedemann und Miridon Mulolli.
Volle Ränge, harte Fights und große Emotionen: Die vierte Korker Box-Gala in der Gemeindehalle bot mehr als 600 Zuschauern einen Abend voller Spannung. Für das Ortenau Journal war es eine Premiere als Medienpartner – und zugleich ein intensiver Blick hinter die Kulissen eines hochklassigen Kampfabends. Von packenden Duellen im Ring über engagierte Organisatoren bis zum engen Hauptkampf um die Eurodistrict-Meisterschaft erlebten Fans und Gäste eine überzeugende Veranstaltung.
Von Wolfgang Huber

Wochen – wenn nicht monatelang – haben wir auf diesen Abend mit Spannung gewartet. Erstmals war das Ortenau Journal Medienpartner der Korker Box-Gala in der Gemeindehalle. Wir hatten zahlreiche Beiträge im Vorfeld der Veranstaltung angefertigt: eine Ankündigung, ein Interview mit den Veranstaltern, mehrere Vorberichte, ein Gewinnspiel und schließlich ein Gespräch mit Ringsprecher Stefan Müller. Die Mühe hatte sich gelohnt. Denn was wir und die anderen mehr als 600 Zuschauer zu sehen bekamen, war beste Unterhaltung.

Kurz vor dem Event geübt

Etwas nervös waren wir zu viert in die Halle gekommen. Nachdem wir noch auf jeden Sitzplatz einen Flyer gelegt hatten, ging es schließlich los. Nervös deshalb, weil ich in Sachen Instagram-Reels noch ein Greenhorn bin und erst kurz vor dem Event etwas geübt hatte. Doch ich wollte unserer wachsenden Zahl an Followern auf der Meta-Plattform wenigstens ein bisschen etwas bieten. Mit Erleichterung stellte ich fest, dass die Mühe nicht umsonst war. Es gelang mir, drei durchaus brauchbare Reels zu produzieren.

Korker Box-Gala

Foto: Geraldine Zimpfer

Fließender Ablauf schon beim Einlass

Alles in der Gemeindehalle war perfekt vorbereitet und organisiert. Der Einlass mit unseren VIP-Tickets verlief reibungslos. Die Herren an der Kasse waren ausgesprochen freundlich und zuvorkommend. Genauso wie die Vertreter des ortsansässigen SV Kork, dem der Erlös der Großveranstaltung zugutekam. Die Türsteher: Bombe! Extrem entspannt und souverän kontrollierten sie die Besucher, die in die Halle wollten.

Ringsprecher Müller überzeugt

Dann die vielen freiwilligen Helfer:innen. Man merkte ihnen an, dass sie freiwillig hier waren. Denn sie verrichteten ihren Dienst beim Catering mit herzlicher Hingabe – es sollte an nichts fehlen. Alles verlief zur vollsten Zufriedenheit. Nervös waren natürlich auch die beiden Organisatoren Drin und Kaltrim Krasniqi, die sich intensiv um alles kümmerten, niemanden im Regen stehen ließen und auch im Boxring zum Start sowie später bei der Siegerehrung eine gute Figur abgaben. Das Gleiche galt für Ringsprecher Stefan Müller. Er behielt stets den Überblick, unterhielt das Publikum und sorgte für Kurzweil.

Korker Box-Gala

Volle Halle in Kork bei der Box-Gala. Foto: Wolfgang Huber

Ein besonderes Erlebnis

Die Kurzweil war dabei eigentlich gar nicht nötig. Denn auch die 22 Kämpfer, darunter vier Frauen, brachten ehrlichen, spannungsreichen und intensiven Sport auf die Bretter. Ein Hochgenuss für jeden Fan – auch für Neulinge. Für uns, das Team des Ortenau Journals, war es nämlich die erste Box-Gala überhaupt. Für uns war es nicht nur ein besonderes Erlebnis, sondern auch eine Gelegenheit, viel zu lernen. So waren zahlreiche Fotografen am Ring, und man konnte nur vor Neid erblassen angesichts der hochwertigen Ausrüstung, die sie mitbrachten. Das Ortenau Journal ist noch nicht so weit, sich derartiges Equipment leisten zu können.

Technischer K.o. durch Valentina Wiedenhöfer

Einige der Kämpfe werden wohl für immer im Gedächtnis bleiben. Beispielsweise der von Anas Adda gegen Köksal Orduhan im Schwergewicht. Orduhan ging zweimal zu Boden. So etwas ist durchaus aufregend, wenn man sich nicht so gut auskennt. Adda gewann schließlich den Fight. Oder der Frauenkampf von Valentina Wiedenhöfer gegen Tina Bluhm. Bluhm aus Leipzig verlor gegen die engagierte Niederkasselerin durch technischen K.o. in der ersten Minute der dritten Runde. Den Organisatoren Drin und Kaltrim Krasniqi war es wichtig, Frauenkämpfe ins Programm aufzunehmen. Zu Recht, wie sich zeigte. Die Damen stehen den Herren in nichts nach, was den sportlichen Wert betrifft.

Valentina Wiedenhöfer

Valentina Wiedenhöfer gewann ihren Kampf. Foto: Krasniqi Event

Beeindruckender Vincenzo Anzalone

Ein gerechtes Unentschieden gab es zwischen Robin Siegel aus Wernigerode und dem Offenburger Leon Dick im Halbschwergewicht nach einem hochklassigen Fight. Es sollte nicht das letzte Unentschieden des Abends sein. Besonders beeindruckt hat mich auch Vincenzo Anzalone aus Löhne in Nordrhein-Westfalen.

Der sichtlich schwergewichtige Boxer unterlag zwar Lucas Schmitt nach Punkten, lieferte aber einen starken Auftritt ab. Das hätte man ihm kaum zugetraut, wirkte er doch etwas ungelenk. Doch das täuschte. Immer wieder stach seine rechte Gerade hervor und brachte den Gegner in Verlegenheit. Ein fulminanter Schwinger Anzalones verfehlte nur knapp sein Ziel. Man kann sich denken, welche Wirkung er gehabt hätte. Vielleicht wäre der Kampf anders verlaufen. Es war ein emotionaler, offener Schlagabtausch, doch es sollte nicht zum Sieg reichen. Schmitt hatte Reichweitenvorteile, sodass es für ihn zu einem einstimmigen Punktsieg reichte.

Mit Würde und Anstand

Nach dem Kampf ergriff Anzalone das Wort und sprach ein paar ehrliche Worte ans Publikum. Niemand würde ihm zutrauen, ein guter Boxer zu sein, wenn man ihn sehe – bis er immer wieder das Gegenteil beweise. Sauer war er deshalb nicht. Es war großer Sport, wie er dem Gegner aufrichtig zum Sieg gratulierte und mit Würde und Anstand Platz machte für den nächsten Fight. Das Box-Vergnügen ging weiter bis zum Hauptkampf.

Korker Box-Gala

Vincenzo Anzalone (l.) verlor nach Punkten. Foto: Krasniqi Event

Einige Lokalmatadoren

Mehrere Niederschläge gab es beim Duell im Supermittelgewicht des Nagolders Metin Ylmaz gegen Vladislav Beck, der wie Leon Dick aus Offenburg kommt. Den dynamischen Kampf gewann schließlich Beck durch K.o. Auch einige Lokalmatadoren waren dabei. So kämpften Anas Adda, Max Hahn, Dejvid Brahimi, Ayla Leissner, Mika Hoffmann und Marvin Sirch vor heimischem Publikum. Denn aus Kehl kamen wohl die meisten Fans.

Gegenseitiger Respekt im Hauptkampf

Nun aber zum Hauptkampf der Box-Gala im Mittelgewicht. Es ging um nicht weniger als um die Eurodistrict-Meisterschaft. Entsprechend gab es auch Unterstützung vom Eurodistrict Strasbourg-Ortenau. Titelverteidiger Felix Kriedemann bekam es mit Herausforderer Miridon Mulolli zu tun. Im Kampf war der gegenseitige Respekt deutlich spürbar. Mulolli verlieh seiner Ankündigung, Kriedemann zu Boden zu schicken, Nachdruck. Zwar war er der aktivere und aggressivere Kämpfer, doch Kriedemann ließ sich nicht aus der Ruhe bringen.

Korker Box-Gala

Die Hymnen vor dem Hauptkampf. Foto: Anita Zimpfer

Kraftpaket aus dem Kosovo gegen Deutsche Eiche

Die Taktik des Titelträgers, den Kampf zu kontrollieren und Mulolli auf Distanz zu halten, ging zunächst gut auf. Jeder Schlag war vorbereitet, die Attacken wohlüberlegt. Dennoch wurde Kriedemann mehrfach von dem Albaner in die Ecke gedrängt. Das Kraftpaket aus dem Kosovo lag gegen die „Deutsche Eiche“ (meine Bezeichnung) Kriedemann gefühlt vorne. Doch als Laie ist das nicht eindeutig zu beurteilen. Der Kampf ging über die volle Distanz von acht Runden à zwei Minuten und endete schließlich mit einem Unentschieden.

Kriedemann behält den Titel

Überrascht nahm ich das Ergebnis zur Kenntnis. Kriedemann durfte den Titel behalten – der alte blieb also auch der neue Champion. Insgesamt musste keiner der Zuschauer sein Kommen bereuen. Zu hochklassig war der Abend organisiert, ebenso stark traten die Fighter auf. Es war Boxen auf sehr ansprechendem Niveau, so meine Wahrnehmung. Gefreut hat mich natürlich auch, dass unser Logo in Übergröße jede Minute für fünf Sekunden auf der großen Anzeigetafel eingeblendet wurde. So verließen wir am Ende glücklich und als stolzer Medienpartner die Halle.

Felix Kriedemann

Felix Kriedemann bleibt Eurodistrict-Meister. Foto: Krasniqi Event

Nur positive Rückmeldungen

Auch von den persönlich eingeladenen Gästen hörten wir ausschließlich Positives. Alle waren begeistert. Kaltrim Krasniqi zeigte sich einige Tage nach dem Event ebenfalls zufrieden: „Es war eine tolle Stimmung. Ausverkaufte Halle, tolle Gäste. Es war alles dabei, von jung bis alt, aus allen beruflichen Sparten. Es war einfach ein super Publikum.“ Der Abend sei ohne Probleme abgelaufen.

„Bislang die beste Box-Gala“

Mit seinem Team habe er anschließend Bilanz gezogen. Laut dem Organisator waren es die meisten Zuschauer und die besten Kämpfe aller vier bisherigen Korker Box-Galas. Somit war es für die Beteiligten die bislang beste Veranstaltung. Für eine Beurteilung des Hauptkampfes brauchte er etwas Zeit. Sein Fazit: Das Unentschieden war gerechtfertigt. „Mulolli hat mehr gearbeitet, aber Kriedemann hatte die klareren Treffer. Ich persönlich bin eher der Typ Box-Experte, der sagt: Der Fleißigere sollte den Kampf gewinnen. Aber letztlich war der Kampf ausgeglichen – und deshalb war es richtig, ihn unentschieden zu werten.“

Korker Box-Gala

Die Kampfrichter werteten den Hauptkampf unentschieden. Foto: Anita Zimpfer

15-jährige Boxerin mit starkem Auftritt

Der Lieblingskampf von Kaltrim Krasniqi war Max Hahn (Kehl) gegen Pierre Wetzel aus Mulhouse im Leichtgewicht. Es sei ein sehr spannender Kampf gewesen, der mal in die eine, mal in die andere Richtung ging: „Es war ein technisch guter Kampf, den Max schließlich verdient gewonnen hat.“ Bei den Frauen habe die erst 15-jährige Ayla Leissner einen starken Auftritt hingelegt. Sie habe abgeklärt und diszipliniert geboxt und einen klaren Sieg eingefahren.

„Wir sind bereit für 2027“

Einen guten Tag hatten auch die Ring- und Punktrichter. Sie agierten sehr souverän. „Die Disqualifikation im ersten Kampf war zwar etwas hart, aber es war die richtige Entscheidung. Das Kampfgericht hat von Anfang bis Ende eine gute Leistung gezeigt.“ Den Gerüchten, wonach die Brüder im kommenden Jahr eine Pause einlegen wollen, tritt Kaltrim Krasniqi entgegen: „Ich kann nur für mich und meinen Bruder sprechen. Aber wir sind bereit für eine Neuauflage im nächsten Jahr – so wie jedes Jahr. Uns war wichtig, was die Zuschauer, unser Team und die Sponsoren sagen. Die Rückmeldungen waren durchweg gut.“

Korker Box-Gala

Das Ortenau Journal war immer präsent in der Halle: Foto: Anita Zimpfer

Ein Abend mit hoher Lernkurve

Endgültig werde sich alles im Abschlussgespräch mit dem SV Kork klären. Doch angesichts des gelungenen Abends wäre es ein Jammer, wenn 2027 nicht die fünfte Auflage der Korker Box-Gala stattfinden würde. Wenn uns die Krasniqi-Brüder lassen, sind wir nächstes Jahr wieder dabei. Es war ein Abend, den wir nicht so schnell vergessen werden – und an dem wir viel gelernt haben.

Siehe auch hier:

Interview: Ringsprecher Stefan Müller sorgt in Kork für Spannung und Entertainment bei der Box-Gala

Profiboxer Miridon Mulolli greift in Kork nach Eurodistrikt-Titel: „Ich will Felix meine albanische Power spüren lassen“

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