Arbeitswelt

Falsche Bescheidenheit im Job: Warum Arbeitnehmer ihre eigenen Ansprüche ernster nehmen sollten

© wayhomestudio/magnific – Arbeitnehmer sollten ihren Wert kennen (Symbolbild).
Wer sich im Job dauerhaft mit dem Minimum zufriedengibt, tut sich damit nicht unbedingt einen Gefallen. Hinter übertriebener Bescheidenheit können fehlendes Selbstvertrauen oder Angst vor Konflikten. Die arbeitsABC-Redaktion zeigt in einem Fachbeitrag, warum Menschen ihre Fähigkeiten und Bedürfnisse ernster nehmen sollten. Die Autoren nennen mehrere Gründe, die dafür sprechen, eigene Grenzen zu erkennen, Erwartungen anderer zu hinterfragen und selbstbewusster für eigene Ziele einzustehen.
Eigene Bedürfnisse zurückgestellt

Bescheidenheit gilt als positive Eigenschaft. Sie kann jedoch zum Problem werden, wenn Menschen ihre eigenen Bedürfnisse, Fähigkeiten und Ansprüche dauerhaft zurückstellen. Die arbeitsABC-Redaktion warnt in einem Fachbeitrag davor, sich aus mangelndem Selbstvertrauen mit dem Minimum zufriedenzugeben. Wer sich selbst kleiner mache, als er tatsächlich sei, riskiere langfristig Unzufriedenheit und verbaue sich Entwicklungsmöglichkeiten.

Auf Dauer schlechtes Gefühl

Nach Darstellung der Autoren beginnt falsche Bescheidenheit häufig bei wichtigen Entscheidungen. Menschen verzichten auf bessere berufliche Perspektiven, akzeptieren unbefriedigende Situationen oder stellen ihre eigenen Wünsche zurück, weil sie glauben, mehr nicht zu verdienen. Kurzfristig könne sich diese Haltung sogar richtig anfühlen. Auf Dauer entstehe jedoch häufig das Gefühl, die eigenen Bedürfnisse zu vernachlässigen. Auch das Umfeld könne eine solche Haltung ausnutzen, wenn jemand regelmäßig nachgibt und Konflikten aus dem Weg geht.

Den eigenen Wert kennen

Ein wesentlicher Faktor ist nach Ansicht der Autoren ein fehlendes Vertrauen in den eigenen Wert. Gerade im Arbeitsleben könne der Vergleich mit Kollegen dazu führen, dass die eigenen Leistungen geringer eingeschätzt werden. Die arbeitsABC-Redaktion empfiehlt deshalb, den persönlichen Wert nicht ständig an anderen Menschen zu messen. Stattdessen sollten die eigenen Leistungen, Erfahrungen und Erfolge stärker in den Blick genommen werden. Wer sich seiner Fähigkeiten bewusst sei, könne selbstbewusster für die eigenen Ziele und Bedürfnisse eintreten.

Viele Arbeitnehmer blockieren ihre Werdegang selbst. Foto: pch.vector/Magnific

Selbstblockade

Als weiteres Problem nennen die Autoren Ausreden, mit denen Menschen ihre Zurückhaltung rechtfertigen. Wer sich ständig einrede, bestimmte Ziele seien nicht erreichbar oder die eigenen Bedürfnisse müssten zurückstehen, könne dadurch den persönlichen Entwicklungsprozess blockieren. Das gelte für den Beruf ebenso wie für Freundschaften und Partnerschaften. Wer immer neue Gründe dafür finde, warum die eigenen Wünsche nicht berücksichtigt werden könnten, stehe sich letztlich selbst im Weg.

Eine wichtige Rolle spielt laut dem Beitrag auch die Angst vor dem Alleinsein. Sie könne dazu führen, dass Menschen in Beziehungen zu viel akzeptieren und ihre eigenen Vorstellungen zugunsten des Partners zurückstellen. Aus Sorge, eine Beziehung zu verlieren, würden dann auch Situationen hingenommen, die den eigenen Bedürfnissen widersprechen. Die Autoren plädieren deshalb dafür, Einsamkeit nicht ausschließlich als Bedrohung zu betrachten. Eine Phase des Alleinseins könne auch helfen, sich mit den eigenen Wünschen und Lebenszielen auseinanderzusetzen.

Keine Angst vor Konflikten

Darüber hinaus sollten Menschen nach Ansicht der Autoren nicht dauerhaft die Rolle der zweiten Wahl akzeptieren. Das betrifft sowohl Beziehungen als auch den Beruf und den Freundeskreis. Wer mit einer Entscheidung unzufrieden sei oder sich ungerecht behandelt fühle, solle die Situation ansprechen, statt aus Angst vor Konflikten zu schweigen. Eine solche Auseinandersetzung könne zunächst unangenehm sein, langfristig aber zu mehr Klarheit und Selbstsicherheit beitragen.

Auch die Erwartungen des Umfelds werden kritisch betrachtet. Familie, Freunde oder Kollegen könnten – bewusst oder unbewusst – Vorstellungen darüber vermitteln, was jemand erreichen könne oder was ihm zustehe. Problematisch werde es, wenn Menschen diese Einschätzungen übernehmen und ihre eigenen Ziele daran ausrichten. Die arbeitsABC-Autoren raten deshalb dazu, die eigenen Wünsche und Ambitionen ernst zu nehmen und sich nicht von fremden Maßstäben begrenzen zu lassen.

Eigene Interessen formulieren

Für den Berufsalltag bedeutet das vor allem: Wer die eigenen Fähigkeiten unterschätzt, fordert möglicherweise weniger ein, als er leisten könnte, und verzichtet auf Chancen. Ein gesundes Selbstbewusstsein kann dagegen helfen, persönliche Grenzen wahrzunehmen, eigene Interessen zu formulieren und für die eigenen Ziele einzustehen. Der Beitrag versteht sich damit als Plädoyer dafür, die eigenen Maßstäbe stärker selbst zu bestimmen und sich nicht aus Angst vor Ablehnung, Konflikten oder Einsamkeit dauerhaft mit dem Minimum zufriedenzugeben.

red/ChatGPT (mit KI bearbeitet)

Hier geht’s zum Ausgangsartikel:

Falsche Bescheidenheit: Warum du dich nicht mit dem Minimum abfinden darfst (arbeitsABC)

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