Die deutsch-französische Freundschaft wird auf verschiedensten Ebenen gelebt. Eine davon ist die Wirtschaft. Der grenzüberschreitende Wirtschaftsclub CAFA RSO vereint Unternehmer:innen und Interessierte von beiden Seiten des Rheins bei seinen zahlreichen Veranstaltungen in der Ortenau und im Elsass.
Austausch und Begegnung
Norma Serpin ist Co-Präsidentin von CAFA RSO. Anlässlich des Jahrestages der Unterzeichnung des Élysée-Vertrags am 22. Januar organisierte sie ein Event, in dem Austausch, Begegnung und Information im Vordergrund stand. Auch Ex-Bundesminister Peter Altmaier nahm an dem Treffen teil (wir berichteten). Das Ortenau Journal hat mit Norma Serpin über ihre Arbeit und die Herausforderungen im deutsch-französischen Kontext gesprochen.
Ortenau Journal: Vergangene Woche feierten sie mit rund 220 Gästen den Jahrestag des Élysée-Vertrags. Welche Bedeutung hat für sie die deutsch-französische Freundschaft angesichts der weltweiten Entwicklungen?
Norma Serpin: Für unseren Deutsch-Französischen Wirtschaftsclub Oberrhein ist die Bedeutung dieser Freundschaft zentral. Gemäß Erfolgsmodell der Städtepartnerschaften haben wir zum Ziel, deutsche und französische Projekte der Wirtschaft, deutsche und französische Unternehmer und Unternehmerinnen zusammenzubringen. Wir tun es hier am Oberrhein, sind Teil jedoch eines deutsch-französischen Netzwerks, welches 21 Wirtschaftsclubs- und -kreise verbindet (Berlin, Hamburg, Leipzig, Düsseldorf, Frankfurt, Stuttgart, München, Saarbrücken in Deutschland, Paris, Lille, Rennes, Nantes, Brest, Bordeaux, Toulouse, Montpellier, Nice Côte d’Azur, Lyon, Poitiers, Strasbourg, Anm. d. Red.). Darüber hinaus hat das heutige Zeitgeschehen in der Weltpolitik mich irgendwie dazu aufgefordert, die politische Komponente des Élysée-Vertrags, welcher am 22. Januar 1963 von De Gaulle und Konrad Adenauer unterschrieben wurde, besonders dieses Jahr hervorzuheben. Dieser Vertrag ist ein einmaliger historischer Kraftakt, Grundlage der Europäischen Union, und hat dazu geführt, dass Frieden und Wohlstand seit nahezu 70 Jahre unseren Alltag prägen. Und nicht zu vergessen, die Wirtschaftskraft von Frankreich und Deutschland bilden 43% des BIP von Europa, daher die Bezeichnung „Europäischer Motor“. Und dieser Motor muss nun auf „Hochtouren“ laufen, in Anbetracht der aktuellen Herausforderungen von Amerika, China und Russland. Für die diesjährige Gedenkfeier konnten wir einen Ehrengast gewinnen, Peter Altmeier als prominenter Zeitzeuge der deutsch-französischen Beziehungen zwischen 2005 und 2021.
Ortenau Journal: Sie sind Co-Präsidentin des Wirtschaftsclubs CAFA RSO. Ich war auch schon bei einigen Treffen dabei. Die Veranstaltungen waren durchweg gut besucht. Hat das Interesse der Mitglieder im vergangenen Jahr insgesamt zugenommen?

Norma Serpin von CAFA RSO und Frédéric Bierry auf dem Podium. Foto: CAFA RSO
Norma Serpin: Der CAFA RSO wurde 2005 gegründet. Wir haben am 29. April 2025 unser 20-jähriges Jubiläum im Festspielhaus in Baden Baden gefeiert mit 100 geladenen Gäste (Maximalkapazität). Ich selbst bin 2011 in den Vorstand eingetreten und wurde 2022 zur Co-Präsidentin gewählt, in der Nachfolge von Daniel Steck, welcher mehr als 10 Jahre am Ruder war. Unser Vorstand hat 12 Mitglieder und jeder von uns hat die Aufgabe, mindestens eine Veranstaltung pro Jahr zu organisieren. Unser Jahresprogramm besteht aus mindestens einem Treffen im Monat, auch zum Teil verknüpft mit einigen weiteren Events von Partnern. Das heißt ganz konkret, dass unsere Mitglieder im Durchschnitt jeden Monat in Form eines Newsletters über ca. 6 bis 10 themenaffine Einladungen erhalten, sowohl von deutscher als auch von französischer Seite. Bis zur Corona-Krise war unser grenzüberschreitender Wirtschaftskreis stets gut besucht. Klar haben die zwei Jahre einige Spuren hinterlassen, wovon wir uns mittlerweile sehr gut erholt haben. Somit sind wir sehr zufrieden über die Entwicklung sowohl in Bezug auf Mitgliederzahl, als auch den Kreis der Sympathisanten. Das ist auch ein weiteres wichtiges Kriterium, in Bezug auf neue wichtige und relevante Partnerschaften
Ortenau Journal: Waren sie im Rückblick mit dem Verlauf der Veranstaltung im Hotel d´Alsace zufrieden und warum?
Norma Serpin: Ja sehr, die Veranstaltung verlief genau wie geplant. Außer dem politischen Panel mit Ehrengast Peter Altmaier im Dialog mit Präsident Frédéric Bierry als Sprecher der politischen Säule der Trinationalen Metropolregion Oberrhein und dem Politologen Stefan Seidendorf vom Deutsch-französischen Institut in Ludwigsburg gab es ein Kulturelles Podium zum Thema Jugend – mit dem Deutsch-Französischen Jugendwerk, mit der Leiterin der Falkenhausen Schule in Kehl – eine Grundschule mit deutsch-französischem Zug – und schließlich Guido Schumacher, Geschäftsführer des grenzüberschreitenden Theaters BAdenALsace, eine einmalige deutsch-französische Einrichtung. Diese gelebten Erfahrungen im Einzugsgebiet Oberrhein haben auf konkrete Weise die deutsch-französischen Beziehungen bereichert. Aber worauf ich am meisten stolz bin, sind die musikalischen und äußerst symbolischen Intermezzi mit einem hochtalentierten Pianisten Nacer Zerfaoui, der nach einer Interpretation der „Hymne zur Freiheit“ von Oskar Peterson zum Schluss dann noch die Ode zur Freude von Ludwig van Beethoven glanzvoll spielte. Das symbolträchtige Versöhnungslied „Göttingen“ mit dem Sänger François Wolfermann eröffnete die Veranstaltung. Also nicht Musik zur dekorativen Begleitung, aber Musik als politischen Ausdruck von Freiheit und Frieden. Die Resonanz war beeindruckend.

Ortenau Journal: Sie hatten mit Peter Altmaier einen prominenten Redner gewinnen können. Der ist seit der Einweihung der Tramlinie D 2017 und seiner damaligen Rede ein gern gesehener Gast im Eurodistrict. Wie ordnen sie seine Ausführungen ein?
Norma Serpin: Vor einem guten Jahr hatte ich Peter Altmaier direkt im Rahmen einer Veranstaltung erlebt, auch mit deutsch-französischem Content. Ich war begeistert und habe ihn dann sofort gefragt, ob er bereit wäre, auch im Rahmen eines unserer Events am Oberrhein einen Beitrag zu leisten. Er hat sofort zugesagt! Die Sache war doch ein bisschen komplizierter als gedacht, ich musste da noch ein Konzept erschaffen, ein Rahmenprogramm, in das sich seine Rede bestens einbinden ließ. Allmählich und auch bedingt durch mein Treffen mit dem Präsidenten der Collectivité Européenne d’Alsace, Frédéric Bierry kam es zur Gestaltung des Programms, das wir dann im historischen Kontext der Gedenkfeier zum Élysée-Vertrag ausführen konnten. Er ist wie gesagt ein begnadeter Redner, ich könnte sogar sagen „er macht die Show“, das Publikum zeigte sich begeistert, wenn nicht fasziniert von seinen rhetorischen Künsten.
Ortenau Journal: Sich mit Politikern und Wirtschaftsvertretern auszutauschen ist eine Sache. Aber wie sehen sie das Interesse der Bevölkerung beidseits des Rheins an grenzüberschreitenden Themen?
Norma Serpin: Wir leben hier am Oberrhein in einer sogenannten Modellregion für Europa, wo die Einwohner aus beiden Seiten des Rheins sich daran gewöhnten, sich frei bewegen. Sei es zum Einkaufen, zu kulturellen Veranstaltungen oder als Tagestouristen. Das zweite Podium mit Akteuren der Zivilgesellschaft im Bereich, Jugend, Schule/Lernen der Sprache des Nachbarn und kultureller Austausche haben ganz konkret diesen Aspekt beleuchtet. Politik ist besonders stark, wenn Sie die Bevölkerung, die zivile Gesellschaft, mitnimmt. Und 63 Jahre nach dem Élysée-Vertrag dürfen wir sagen: geschafft!
Ortenau Journal: Was kann CAFA RSO tun, um das Interesse an den jeweiligen Nachbarn zu fördern?
Norma Serpin: Unser Verein ist auch eine Verkörperung der Zivilgesellschaft, wir binden deutsch-französische Akteure ein, überwiegend aus der Wirtschaft, aber auch aus der Kultur im breiten Sinne des Wortes. Unsere Aufgabe ist, Programme aufzustellen, welche die Diversität der Zivilgesellschaft abbilden. Ich sage da immer: „die Mischung macht’s“. Wir bemühen uns, diesen Mix zu berücksichtigen, indem unser Programm aus Unternehmensbesichtigungen, fachorientierten Kolloquien, thematisierten Workshops, und Podiumsdiskussionen im Format „Politik trifft Wirtschaft“ besteht. Wir versuchen weiterhin, die Verbindung mit der Aktualität so weit wie möglich zu bewahren. Eigentlich eine große Herausforderung!
Ortenau Journal: Podiumsteilnehmer berichteten davon, dass es bei den Menschen in Deutschland und dem Elsass häufig immer noch Ressentiments gegenüber den Nachbarn gibt. Da hilft nur beharrliche Arbeit im Sinne der Verständigung und der Initiierung von Begegnungen. Oder wie sehen sie das?

Norma Serpin: Da sind wir schon bei einer typischen Journalisten-Frage….Tja, die Menschheit ist komplex, jeder Mensch hat seine eigene Erfahrung mit der Geschichte und die Demokratie hat da eine wichtige Rolle zu spielen, indem sie diese Komplexität in Kauf nimmt und respektiert. Klar, dass die Schließung der Grenze während der Corona-Krise einige Ressentiments leider wieder belebten. Wenn man das genau überlegt, sind diese Ressentiments eigentlich auch Ausdruck des Gelungenen in der Völkerverständigung. Was wir seit der deutsch-französischen Versöhnung erreicht haben, ist so kostbar, dass niemand darauf verzichten möchte!
Ortenau Journal: Welche Rolle spielen dabei die Medien?
Norma Serpin: Eine ganz große Rolle, gerade bei der Meinungsbildung… die pädagogische Funktion steht da für mich ganz oben. Welche Werte wollen wir hervorheben? Über welche Geschehnisse wollen wir berichten ? Wo liegt das Gemeinwohl? Wie können die Menschen besser miteinander umgehen? Was lernen wir von den Anderen? Was ich auch seit mehr als 10 Jahren nun beobachte hier am Oberrhein, die Zeitungsverlage berichten immer mehr über das, was im Nachbarland geschieht… der Blick über die Grenze hat sich gewaltig erweitert. Der Trend geht mittlerweile in eine gute Richtung.
Ortenau Journal: Wo liegen ihrer Auffassung nach die größten Herausforderungen für Unternehmen, die in beiden Ländern aktiv sind?
Norma Serpin: Im unternehmerischen Bereich gibt es noch viele Hürden zu bewältigen wie der grenzüberschreitende, integrierte Arbeitsmarkt, Ausbildung, Anerkennung der Diplome, Steuerrecht, um nur einige Themen zu nennen. Ich beteilige mich auch in grenzüberschreitenden Gremien bei der IHK Karlsruhe oder der CCI Alsace Eurometropole, wo der Vize-Präsident, René Ohlmann sich zurzeit bemüht, einen grenzüberschreitenden Status für KMU’s hier an der Rheinschiene zu erzielen. Da kann auch das deutsch-französische Parlament, welches aus dem Aachener Vertrag von 2019 hervorgeht, eine wichtige Rolle spielen. Der CAFA RSO hat übrigens eine gute Verbindung mit der französischen Co-Präsidentin dieses Parlaments, Brigitte Klinkert. Das Thema ist brisant. Wir werden es weiterhin verfolgen und wenn möglich begleiten. Zur Klarstellung: der Élysée-Vertrag von 1963 war ein Versöhnungsvertrag. Der Aachener-Vertrag vom 22. Januar 2019 ist ein Vertrag der Annäherung, der die Zusammenarbeit und die Integration fördern sollen. Wie Sie feststellen können, gibt es in diesem Bereich noch sehr viel zu tun!
Ortenau Journal: Welche Projekte oder Veranstaltungen plant CAFA RSO für das noch junge Jahr 2026?
Norma Serpin: Es wird ein umfangreiches und vielseitiges Programm angeboten. Dieses Jahr werden wir uns auch geografisch etwas erweitern, wir haben bereits eine Veranstaltung in der Südpfalz sowie eine Firmenbesichtigung im Südelsass – Raum Mulhouse – geplant. Und die Nächste findet, das kann ich Ihnen auch gern verraten, in Appenweier statt. Bei der Firma Leitwerk und in Partnerschaft mit dem BVMW zum Thema „Erfolgreich in Frankreich“ wird es ein rein unternehmerisches Treffen… Es lebe die deutsch-französische Freundschaft!
Siehe auch hier:
L’amitié franco-allemande se vit à différents niveaux. L’un d’eux est l’économie. Le club d’affaires transfrontalier CAFA RSO réunit des entrepreneurs et des personnes intéressées des deux côtés du Rhin lors de ses nombreux événements dans l’Ortenau et en Alsace.
Échanges et rencontres
Norma Serpin est co-présidente de CAFA RSO. À l’occasion de l’anniversaire de la signature du traité de l’Élysée le 22 janvier, elle a organisé un événement mettant l’accent sur l’échange, la rencontre et l’information. L’ancien ministre fédéral Peter Altmaier a également participé à la rencontre (nous en avons parlé). Le Ortenau Journal a interviewé Norma Serpin sur son travail et les défis dans le contexte franco-allemand.
Ortenau Journal : La semaine dernière, vous avez célébré l’anniversaire du traité de l’Élysée avec environ 220 invités. Quelle importance accordez-vous à l’amitié franco-allemande face aux évolutions mondiales?
Norma Serpin : Pour notre Club d’affaires franco-allemand du Rhin supérieur, l’importance de cette amitié est centrale. Selon le modèle de réussite des villes jumelées, notre objectif est de rapprocher des projets économiques allemands et français, ainsi que des entrepreneurs des deux pays. Nous le faisons ici dans le Rhin supérieur, mais nous faisons partie d’un réseau franco-allemand reliant 21 clubs et cercles économiques (Berlin, Hambourg, Leipzig, Düsseldorf, Francfort, Stuttgart, Munich, Sarrebruck en Allemagne ; Paris, Lille, Rennes, Nantes, Brest, Bordeaux, Toulouse, Montpellier, Nice Côte d’Azur, Lyon, Poitiers, Strasbourg, Ndlr). De plus, l’actualité mondiale m’a incitée cette année à mettre particulièrement en avant la dimension politique du traité de l’Élysée, signé le 22 janvier 1963 par De Gaulle et Konrad Adenauer. Ce traité est un acte historique unique, fondement de l’Union européenne, et il a permis que paix et prospérité façonnent notre quotidien depuis près de 70 ans. Il ne faut pas oublier que la puissance économique de la France et de l’Allemagne représente 43 % du PIB européen, d’où l’appellation « moteur européen ». Ce moteur doit maintenant tourner à plein régime, compte tenu des défis actuels posés par l’Amérique, la Chine et la Russie. Pour la commémoration de cette année, nous avons pu accueillir un invité d’honneur : Peter Altmaier, témoin éminent des relations franco-allemandes entre 2005 et 2021.
Ortenau Journal : Vous êtes co-présidente du club d’affaires CAFA RSO. J’ai assisté à plusieurs de vos rencontres, toujours bien fréquentées. L’intérêt des membres a-t-il augmenté l’an dernier?

Norma Serpin de CAFA RSO et Frédéric Bierry sur le podium. Photo : CAFA RSO
Norma Serpin : Le CAFA RSO a été fondé en 2005. Nous avons célébré notre 20e anniversaire le 29 avril 2025 au Festspielhaus de Baden-Baden avec 100 invités (capacité maximale). Je suis entrée au conseil d’administration en 2011 et ai été élue co-présidente en 2022, succédant à Daniel Steck, qui était à la tête du club depuis plus de 10 ans. Notre conseil compte 12 membres et chacun d’entre nous doit organiser au moins un événement par an. Notre programme annuel comprend au moins une rencontre par mois, parfois en lien avec d’autres événements de partenaires. Concrètement, nos membres reçoivent en moyenne chaque mois, via une newsletter, 6 à 10 invitations thématiques, tant côté allemand que français. Avant la crise du COVID-19, notre cercle économique transfrontalier était toujours bien fréquenté. Les deux dernières années ont laissé des traces, mais nous nous en sommes très bien remis. Nous sommes donc très satisfaits de l’évolution, tant en termes de nombre de membres que de cercle de sympathisants. C’est aussi un critère important pour établir de nouveaux partenariats pertinents.
Ortenau Journal : Êtes-vous satisfaite du déroulement de l’événement à l’Hôtel d’Alsace et pourquoi?
Norma Serpin : Oui, très satisfaite, l’événement s’est déroulé comme prévu. À part le panel politique avec notre invité d’honneur Peter Altmaier en dialogue avec le président Frédéric Bierry, représentant de la sphère politique de la Région métropolitaine trinationale du Rhin supérieur, et le politologue Stefan Seidendorf de l’Institut franco-allemand de Ludwigsburg, il y avait un podium culturel sur le thème de la jeunesse – avec l’Office franco-allemand pour la jeunesse et la directrice de l’école Falkenhausen à Kehl – une école primaire avec section franco-allemande – et enfin Guido Schumacher, directeur du théâtre transfrontalier BAdenALsace, établissement franco-allemand unique. Ces expériences vécues dans la région du Rhin supérieur ont concrètement enrichi les relations franco-allemandes. Mais ce dont je suis le plus fière, ce sont les interludes musicaux très symboliques avec le pianiste talentueux Nacer Zerfaoui, qui a interprété, après l’« Hymne à la liberté » d’Oscar Peterson, la « Ode à la joie » de Ludwig van Beethoven. La chanson symbolique de réconciliation « Göttingen », avec le chanteur François Wolfermann, a ouvert l’événement. Ainsi, il ne s’agissait pas d’une musique de décoration, mais d’une musique comme expression politique de liberté et de paix. La réaction du public a été impressionnante.

Ortenau Journal : Vous avez pu attirer un conférencier de renom, Peter Altmaier, qui est un invité régulier du Eurodistrict depuis l’inauguration de la ligne de tram D en 2017. Comment évaluez-vous son intervention?
Norma Serpin : Il y a un an, j’avais déjà rencontré Peter Altmaier lors d’un événement avec un contenu franco-allemand. J’ai été impressionnée et lui ai immédiatement demandé s’il serait prêt à participer à l’un de nos événements dans le Rhin supérieur. Il a accepté sans hésiter ! L’organisation a été un peu plus complexe que prévu, car j’ai dû concevoir un programme cadre dans lequel son intervention s’intégrait parfaitement. Progressivement, et également grâce à ma rencontre avec le président de la Collectivité européenne d’Alsace, Frédéric Bierry, nous avons pu élaborer le programme que nous avons ensuite exécuté dans le contexte historique de la commémoration du traité de l’Élysée. Comme je l’ai dit, c’est un orateur hors pair, je pourrais même dire « qu’il fait le spectacle » ; le public a été enthousiasmé, voire fasciné par ses talents rhétoriques.
Ortenau Journal : Échanger avec des politiciens et des acteurs économiques est une chose. Mais quel est l’intérêt de la population des deux côtés du Rhin pour les questions transfrontalières?
Norma Serpin : Nous vivons ici dans le Rhin supérieur dans ce que l’on appelle une région modèle pour l’Europe, où les habitants des deux côtés du Rhin se sont habitués à circuler librement. Que ce soit pour faire du shopping, assister à des événements culturels ou comme touristes d’un jour. Le deuxième podium, avec des acteurs de la société civile dans les domaines jeunesse, école/apprentissage de la langue du voisin et échanges culturels, a mis en lumière cet aspect de manière concrète. La politique est particulièrement efficace quand elle inclut la population, la société civile. Et 63 ans après le traité de l’Élysée, nous pouvons dire : mission accomplie !
Ortenau Journal : Que peut faire le CAFA RSO pour renforcer l’intérêt pour le pays voisin?
Norma Serpin : Notre association est aussi l’incarnation de la société civile. Nous impliquons des acteurs franco-allemands, principalement issus de l’économie, mais aussi de la culture au sens large. Notre mission est de mettre en place des programmes qui reflètent la diversité de la société civile. Je dis toujours : « la mixité fait la force ». Nous veillons à intégrer ce mélange dans notre programme, composé de visites d’entreprises, de colloques spécialisés, d’ateliers thématiques et de discussions sous le format « politique rencontre économie ». Nous essayons aussi de garder le lien avec l’actualité autant que possible. C’est en réalité un grand défi !
Ortenau Journal : Les participants au podium ont rapporté que les habitants d’Allemagne et d’Alsace ont encore souvent des ressentiments envers le voisin. Faut-il alors travailler avec persévérance à la compréhension et à l’initiation de rencontres?

Norma Serpin : Voilà une question typiquement journalistique… L’humanité est complexe, chaque individu a sa propre expérience de l’histoire et la démocratie joue un rôle important en acceptant et en respectant cette complexité. Bien sûr, la fermeture des frontières pendant la crise du COVID-19 a ravivé certains ressentiments. Mais si l’on y réfléchit bien, ces ressentiments sont aussi le signe de la réussite des relations franco-allemandes. Ce que nous avons accompli depuis la réconciliation franco-allemande est si précieux que personne ne voudrait y renoncer !
Ortenau Journal : Quel rôle jouent les médias dans ce contexte?
Norma Serpin : Un rôle très important, notamment dans la formation de l’opinion… pour moi, la fonction pédagogique est primordiale. Quelles valeurs voulons-nous mettre en avant ? Sur quels événements voulons-nous informer ? Quel est l’intérêt général ? Comment les gens peuvent-ils mieux interagir ? Que pouvons-nous apprendre des autres ? Depuis plus de dix ans, j’observe que les journaux de la région du Rhin supérieur rapportent de plus en plus ce qui se passe chez le voisin… le regard transfrontalier s’est considérablement élargi. La tendance va désormais dans une bonne direction.
Ortenau Journal : Quels sont selon vous les principaux défis pour les entreprises actives dans les deux pays ?
Norma Serpin : Dans le domaine entrepreneurial, il reste encore de nombreux obstacles à surmonter, comme le marché du travail intégré transfrontalier, la formation, la reconnaissance des diplômes, le droit fiscal, pour ne citer que quelques sujets. Je participe également à des instances transfrontalières à la Chambre de commerce de Karlsruhe et à la CCI Alsace Eurométropole, où le vice-président René Ohlmann s’efforce actuellement d’obtenir un statut transfrontalier pour les PME le long du Rhin. Le parlement franco-allemand, issu du traité d’Aix-la-Chapelle de 2019, peut également jouer un rôle important. Le CAFA RSO entretient par ailleurs de bonnes relations avec la co-présidente française de ce parlement, Brigitte Klinkert. Le sujet est sensible. Nous continuerons à le suivre et à l’accompagner si possible. Pour clarifier : le traité de l’Élysée de 1963 était un traité de réconciliation. Le traité d’Aix-la-Chapelle du 22 janvier 2019 est un traité de rapprochement visant à promouvoir la coopération et l’intégration. Comme vous pouvez le constater, il reste encore beaucoup à faire dans ce domaine !
Ortenau Journal : Quels projets ou événements CAFA RSO prévoit-il pour cette jeune année 2026 ?
Norma Serpin : Un programme vaste et varié sera proposé. Cette année, nous allons également nous étendre géographiquement : nous avons déjà prévu un événement dans le Sud-Palatinat ainsi qu’une visite d’entreprise dans le sud de l’Alsace – région de Mulhouse. La prochaine aura lieu, je peux vous le révéler, à Appenweier, chez l’entreprise Leitwerk, en partenariat avec le BVMW sur le thème « Réussir en France » : ce sera une rencontre purement entrepreneuriale… Vive l’amitié franco-allemande !
Voir aussi :