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Ortenaukreis und Elsass erweitern Partnerschaft: Mehr Kooperation bei Kultur, Jugend und Bevölkerungsschutz

© Josefa Biegert / Landratsamt Ortenau – Thorsten Erny (l.) und Frédéric Bierry bei der Unterzeichnung des Abkommens.
Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit zwischen dem Ortenaukreis und der Collectivité européenne d’Alsace (CeA) erhält neuen Schub. Mit der Unterzeichnung einer erweiterten Partnerschaftsvereinbarung wollen beide Seiten ihre Kooperation um zusätzliche Themenfelder ausbauen. Künftig sollen unter anderem Kulturerbe, Bevölkerungsschutz, Zweisprachigkeit und Jugendprojekte stärker in den Fokus rücken. Ziel ist es, den Oberrhein als gemeinsamen Lebensraum weiter zusammenzuführen.
Erneuerte Partnerschaftsvereinbarung

Zu einem politischen Austausch haben sich am Montag vergangener Woche Frédéric Bierry, Präsident der europäischen Gebietskörperschaft Elsass (CeA), und Thorsten Erny, Landrat des Ortenaukreises und Präsident des Eurodistrikts Strasbourg-Ortenau, im Ecomusée d’Alsace in Ungersheim getroffen. Sie erneuerten die Partnerschaftsvereinbarung zwischen dem Ortenaukreis und der CeA und bekräftigten damit ihre enge grenzüberschreitende Zusammenarbeit. Das schreibt dass Landratsamt in einer Pressemitteilung.

Fortschreibung bestehender Kooperationsbereiche

Die erste Partnerschaftsvereinbarung wurde demnach bereits im Jahr 2017 zwischen dem Département Haut-Rhin und dem Ortenaukreis geschlossen. Sie bilde den Rahmen für den regelmäßigen politischen und fachlichen Austausch zwischen dem Ortenaukreis und der CeA. Mit der Fortschreibung werden bestehende Kooperationsbereiche fortgeführt und zugleich um neue Themen ergänzt. Künftig sollen insbesondere die Zusammenarbeit im Bereich des Kulturerbes sowie der Austausch im Bevölkerungsschutz weiter ausgebaut werden.

„Zeichen für gemeinsames Europa“

„Grenzüberschreitende Zusammenarbeit lebt von Vertrauen, persönlichen Begegnungen und konkreten Projekten. Mit der neuen Partnerschaftsvereinbarung setzen wir ein klares Zeichen für ein gemeinsames Europa, das den Menschen vor Ort konkrete Vorteile bringt“, wird Landrat Thorsten Erny zitiert. „Wir erneuern unser Engagement für Projekte, die den Oberrhein mit Leben füllen, die Zukunft unseres gemeinsamen Lebensraums gestalten und das kulturelle Erbe, das wir teilen, an die junge Generation weitergeben“, ergänzt Präsident Frédéric Bierry.

Traditionelle Bau- und Wohnformen

Neu aufgenommen wurde der fachliche Austausch im Bereich der Erhaltung und Aufwertung traditioneller Bau- und Wohnformen. Hierzu soll insbesondere die Zusammenarbeit zwischen dem Schwarzwälder Freilichtmuseum Vogtsbauernhof und dem Écomusée d’Alsace intensiviert werden. Passend dazu habe die Unterzeichnung der Partnerschaftsvereinbarung gemeinsam mit den jeweiligen Geschäftsleitungen im Écomusée d’Alsace stattgefunden.

Das Freilichtmuseum Vogtsbauernhof in Gutach. Foto: Vogtsbauernhof/Hans-Jörg Haas

Ein weiterer neuer Kooperationsbereich sei der Bevölkerungsschutz. Die Vereinbarung sehe vor, den Austausch insbesondere zum Schutz kritischer Infrastrukturen, zu wasserbedingten Risiken wie Hochwasser- und Starkregenereignissen sowie zur Waldbrandbekämpfung zu intensivieren. Dabei soll an bestehende grenzüberschreitende Strukturen und Expertengremien angeknüpft werden.

Das kulturelle Erbe des Oberrheins

Das gemeinsame INTERREG-Projekt „Burgen am Oberrhein“ wurde als Beispiel erfolgreicher grenzüberschreitender Zusammenarbeit hervorgehoben. Seit 2020 würden die Partner gemeinsam daran arbeiten, das kulturelle Erbe des Oberrheins sichtbarer zu machen und touristisch weiterzuentwickeln. Nach erfolgreicher Umsetzung der ersten Projektphase soll die Zusammenarbeit nun im Rahmen einer weiteren Förderperiode fortgesetzt werden.

„Die Burgen am Oberrhein erzählen eine Geschichte, die wir auf beiden Seiten des Rheins teilen. Wir müssen sie weiterhin sowohl den Einwohnern als auch den Touristen näherbringen, um die Verbindungen zwischen unseren Kulturen zu stärken und dieses Erbe zu einem bedeutenden touristischen Anziehungspunkt zu machen“, so Bierry.

Jugend und Zweisprachigkeit

Einigkeit habe außerdem darüber bestanden, dass neben den Themen Mobilität und Umwelt weiterhin die Bereiche Jugend und Zweisprachigkeit eine zentrale Rolle in der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit spielen werden. Insbesondere soll dabei mit dem neuen Amt für Regionalsprache des Elsass zusammengearbeitet werden. Beide Themen bilden zugleich einen Schwerpunkt der Präsidentschaft von Landrat Thorsten Erny im Eurodistrikt Strasbourg-Ortenau.

Gerade junge Menschen seien der Schlüssel für ein gelebtes Europa. Deshalb möchte man laut Thorsten Erny Begegnungen über den Rhein hinweg weiter fördern und die Zweisprachigkeit von klein auf stärken. Mit dem Projekt Spiel & Parle ermöglichen die Partner Kindern im Grundschulalter auf beiden Seiten des Rheins, die Sprache des Nachbarn spielerisch kennenzulernen und so frühzeitig Interesse an der jeweils anderen Kultur zu entwickeln.

red/wh

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