Eurodistrikt

Von Frankreich nach Deutschland: Hunderte erlebten die gemeinsame Region bei der Rad- und Genusstour

© Eurodistrikt Strasbourg-Ortenau – Landrat Thorsten Erny (mitte) bei der Rad- und Genusstour.
Grenzenlos unterwegs waren am vergangenen Sonntag mehrere Hundert Menschen bei der sechsten Rad- und Genuss-Tour des Eurodistrikt Strasbourg-Ortenau. Auf rund 54 Kilometern führte der Rundkurs durch Eschau, Plobsheim, Neuried und Kehl-Goldscheuer. Dabei ging es nicht nur ums Radfahren: Historische Orte, Höfe, Handwerk und kulinarische Angebote machten die Region auf beiden Seiten des Rheins unmittelbar erlebbar. Ein besonderer Moment war die Überquerung der Pierre-Pflimlin-Brücke.
Gemeinsame Region erleben

Es sind Begegnungen beidseits des Rheins, die den Zusammenhalt von Deutschen und Franzosen wachsen lassen. So konnten bei der Rad- und Genuss-Tour vergangene Woche die Menschen beiderseits des Rheins am Sonntag ihre gemeinsame Region auf ganz unmittelbare Weise erleben. Bereits zum sechsten Mal verband die vom Eurodistrikt Strasbourg-Ortenau organisierte Veranstaltung Eschau, Plobsheim, Neuried und Kehl-Goldscheuer auf einem ausgeschilderten Rundkurs von rund 54 Kilometern, wie der Eurodistrict in einer Pressemitteilung schreibt.

Mehrere Hundert Teilnehmer

Die Strecke konnte demnach vollständig oder auch nur teilweise gefahren werden, mit freier Startzeit zwischen 10 und 17 Uhr. Kostenlos und ohne Anmeldung. Mehrere Hundert Teilnehmende hätten sich auf den Weg gemacht. Die Grenze zu überqueren, sich frei zwischen beiden Ländern zu bewegen und den Menschen zu begegnen, die diese gemeinsame Region gestalten, habe einen anderen Zugang zu Orten, Akteuren und Initiativen auf der jeweils anderen Rheinseite eröffnet.

Ein Höhepunkt des Tages war die Überquerung des Rheins über die Pierre-Pflimlin-Brücke. Entlang der Strecke erwarteten die Teilnehmenden anschließend ganz unterschiedliche lokale Akteure: Vereine und Kulturerbe in Eschau und Plobsheim, landwirtschaftliche Betriebe in Neuried sowie das traditionelle Sauerkrautfest in Kehl-Goldscheuer.

Thorsten Erny und eine Teilnehmerin. Foto: Eurodistrikt Strasbourg-Ortenau

Antworten auf der Ebene der Grenzregionen

Thorsten Erny, Präsident des Eurodistrikt Strasbourg-Ortenau, betonte laut der Pressemitteilung in seiner Begrüßung, dass die Rad- und Genuss-Tour ganz konkret zeige, was die Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern ermöglichen könne. Er verwies darauf, dass bestimmte Themen, die auf großer Ebene in Paris und Berlin diskutiert werden, auf nationaler Ebene keine Lösung finden könnten, sondern Antworten auf der Ebene der Grenzregionen erforderten. Die Rad- und Genuss-Tour sei dafür ein konkretes Beispiel und wirke sich unmittelbar auf den Alltag der Menschen in der Region aus, wird Erny zitiert.

Tour der Bauernhöfe, Handwerk von früher und Klostergarten

Genau vor Ort wurde diese Zusammenarbeit greifbar. In Eschau konnten die Radfahrerinnen und Radfahrer unter anderem die Abteikirche Saint-Trophime und den Klostergarten besichtigen. Dank der parallel stattfindenden Europäischen Tage des Denkmals standen Audioguides auf Französisch, Deutsch und Englisch zur Verfügung. In Plobsheim bot die Station an den Sept Écluses eine Ausstellung über frühere Handwerksberufe, verschiedene Aktionen sowie eine Fahrrad-Reparaturwerkstatt. Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger nutzten außerdem die Gelegenheit, sich vom bekannten lokalen Karikaturisten und Zeichner Jacques Thomas porträtieren zu lassen.

Ungezwungene Atmosphäre 

Auf deutscher Seite führten die beiden Stationen in Neuried-Altenheim und Neuried-Dundenheim zur „Hofladentour“, an der entlang der Strecke neun landwirtschaftliche Betriebe beteiligt waren. Volle Tische, ein großzügiges kulinarisches Angebot und eine fröhliche, ungezwungene Atmosphäre: Die Fachwerkhöfe boten den zahlreichen Teilnehmenden demzufolge einen Sonntag lang eine echte Auszeit vom Alltag. In Kehl-Goldscheuer führte die Strecke schließlich zum traditionellen Sauerkrautfest. Feststimmung inklusive.

Entdeckungen und Begegnungen

Auch in diesem Jahr habe die Rad- und Genuss-Tour Mobilität, Entdeckungen und Begegnungen zusammen gebracht und dabei auf die Gemeinden, Vereine und lokalen Akteure beiderseits des Rheins gesetzt. Die 2017 ins Leben gerufene Veranstaltung verfolge seitdem dasselbe Ziel: den Menschen ganz konkret erfahrbar zu machen, was eine grenzüberschreitende Region und ein gemeinsamer Lebensraum bedeuten – und dass dieser nicht am Rhein endet.

red/wh

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