Kunst & Kultur

Zwischen Symbolismus und Handwerk – “Kunst as Kunst can”: Subjektive Eindrücke von der art Karlsruhe

art Karlsruhe
© Marduk Buscher – Die art Karlsruhe bietet neben Werken von Gerhard Richter oder Markus Lüpertz auch Newcomer.
Wer die art Karlsruhe besucht, taucht ein in eine Welt voller Gegensätze: Alte Meister treffen auf Newcomer, klassische Moderne auf zeitgenössische Experimente. Zwischen Skulpturen, Malerei und Collagen spielen Materialität, Perspektiven und Sinnestäuschungen die Hauptrolle. Manche Werke fordern den Betrachter heraus, andere verblüffen durch rein ästhetischen Schein. Gesellschaftliche Kritik, Symbolismus und Handwerk mischen sich zu einem kaleidoskopischen Eindruck der Kunstmesse.
Von Marduk Buscher

Es gib ja nichts, was es nicht gibt, oder?! Seltsam leere Blicke kreuzen sich, manchmal fragend: „Hast Du mich wahrgenommen? Guck nicht weg! Ich bin kunstsachverständig.“ Wege kreuzen sich auch, und, wer gewinnt, ist King. Die art Karlsruhe versteht sich als „Die Kunstmesse“ für Klassische Moderne und Gegenwartskunst. Dazu tragen rund 180 nationale und internationale Galerien bei.

Große Namen und Newcomer

Unterschiedliche Formate bedienen sowohl das vertiefte Interesse an einem einzelnen Künstler, wie thematische, materiale oder farbliche Schwerpunkte. Große Namen wie HAP Grieshaber, Gerhard Richter, Markus Lüpertz oder A.R. Penck finden sich genauso, wie eher noch namenlose Newcomer. Skulpturen, Malerei, Drucktechniken, Collagen, Mobiles finden sich in jeder denkbaren Machart und Größe.

Altmeisterlicher Symbolismus

Viele Werke beschäftigen sich mit ihrer eigenen Materialität, mit Weichheit und Härte des Gezeigten, mit Texturen und Schraffuren. Altmeisterlicher Symbolismus steht neben der perfekten Illusion des Sinnlosen. Konstruktivismus und Dekonstruktion streiten sich um Aufmerksamkeit, die zufällige Repräsentation des Alltäglichen mit der bewusst inszenierten Realität des Vergänglichen. Das Spiel mit Perspektiven und Sinnestäuschungen, die Reproduzierbarkeit des Kunstwerks gegenüber der unglaublich gekonnt gepingelten Einmaligkeit. Handwerk.

Holzskulptur von Koloman Wagner. Foto: Marduk Buscher

Monotonie des Oberflächlichen

Vieles dient nur dem schönen Schein. Anderes macht Grenzen der Wahrnehmung bewusst, spielt mit seinem Betrachter. Gesellschaftliche Kritik endet an der Monotonie des Oberflächlichen.

Es gab einmal Zeiten, da verstand sich Kunst als „Kulturkampf“, legte sich mit den herrschenden Strukturen an, wollte die Welt nicht nur beschreiben, sondern verändern. Ich habe ein einziges Gemälde gesehen, welches sich mit der Kunst in Zeiten des Krieges , wie wir sie erleben müssen, beschäftigt. Raffaels geflügelte Putten aus der Sixtinischen Kapelle tragen darauf einen Arbeiterhelm mit antimilitaristischen Emblemen. Sie gucken genauso „selbstisch“ und leer in den Himmel, wie die Besuchermassen auf der art Karlsruhe.

Siehe auch hier:

Rainers Glosse #11: Kunstmessen – das sind unerlässliche Triebfedern des „Showbusiness Kunst“

Macht KI die bessere Kunst? Ein leidenschaftliches Plädoyer für digitale Kreativität – Gegenpositionen erwünscht

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