Die JobRad Holding SE mit der Marke JobRad® ist eigenen Angaben zufolge europäische Marktführerin im Dienstrad-Leasing. Zur JobRad Gruppe gehören demnach weitere Unternehmen aus den Bereichen Radmobilität sowie HR-Tech. Insgesamt beschäftigt das Unternehmen rund 1.400 Mitarbeiter in Freiburg, Frankfurt, Berlin, München, Wien (Österreich), Brüssel und Hasselt (Belgien), sowie Zürich (Schweiz).
100.000 Unternehmen würden das Dienstrad-Leasing von JobRad bereits anbieten. Es steht damit rund sieben Millionen Berufstätigen zur Verfügung. Bereits über zwei Millionen JobRad-Diensträder sind auf den Straßen unterwegs. Es hat sich damit zu einem beliebten Benefit für viele Beschäftigte entwickelt. Einer davon ist Lukas Metzger vom Europa-Park Rust. Das Ortenau Journal hat mit ihm über die tägliche Nutzung des Dienstrads gesprochen.
Lukas Metzger: Meine Berufsbezeichnung lautet Parkleiter. Zusammen mit zwei weiteren Kollegen sind wir für den operativen Tagesbetrieb verantwortlich. Das heißt, wir kümmern uns um das Kernprodukt Europa-Park und einen reibungslosen Ablauf: Wege, Plätze und deren Qualität sowie natürlich die Fahrgeschäfte als Hauptattraktion. Uns ist es wichtig, aus Perspektive der Gäste darauf zu schauen, dass wir die Qualität liefern, die von uns erwartet wird.
Ortenau Journal: Wann und wie sind Sie auf das Angebot von JobRad aufmerksam geworden?
Lukas Metzger: Ich bin seit 2017 wieder hier im Unternehmen. Davor war ich eine Zeit lang in Hamburg tätig. Ich glaube, der Europa-Park ist inzwischen schon neun Jahre Kooperationspartner von JobRad. Ich habe mich dann relativ schnell für ein Mountainbike entschieden, mit dem ich Berg und Tal unsicher machen konnte. Später habe ich das Fahrrad übernommen und mir vor knapp zwei Jahren zusätzlich ein E-Bike über JobRad geholt. Irgendwann möchte man eben auch etwas längere Strecken komfortabler zurücklegen. Die Kombination ist für mich ideal.
Ortenau Journal: Soweit ich weiß, läuft die Distribution bei JobRad dezentral. Haben Sie Ihr Bike bei einem Fahrradhändler in Ringsheim oder Rheinhausen bekommen?
Lukas Metzger: Nein, bei einem Fahrradhändler in Ettenheim.
Ortenau Journal: Wie funktioniert der Service von JobRad in der Praxis und wie empfinden Sie die Servicequalität?
Lukas Metzger: Der Prozess der Beantragung hat problemlos funktioniert. Der Fahrradhändler hat alles direkt mit unserer HR-Abteilung abgewickelt. Mittlerweile läuft das komplett digital. Aus meiner Perspektive war der Ablauf extrem reibungslos, übersichtlich und transparent. Ich war wirklich beeindruckt, wie schnell und unkompliziert das Ganze funktioniert hat.
Ortenau Journal: Wie nutzen Sie Ihr JobRad konkret beziehungsweise welche Strecken legen Sie damit zurück?
Lukas Metzger: Tatsächlich nutze ich es hauptsächlich für Freizeittouren. Mein Partner und ich haben beide ein ähnliches Fahrrad und fahren damit an freien Tagen längere Strecken. Ich bin beruflich zwar schon viel draußen unterwegs, aber solche Touren mit dem E-Bike machen einfach Spaß.
Ortenau Journal: Sind Sie diese Strecken früher mit dem Auto gefahren?
Lukas Metzger: Teilweise schon. Nicht jede Strecke, aber einige auf jeden Fall. Wenn man zum Beispiel spontan zum Heubergturm bei Ettenheim möchte, kann man entweder mit dem Auto fahren oder sich eine halbe Stunde aufs Fahrrad setzen und gemütlich dorthin radeln. Dort oben dann einen Flammkuchen zu essen und die Aussicht zu genießen, hat natürlich auch etwas. Dafür haben wir schon öfter bewusst auf das Auto verzichtet und stattdessen das JobRad genutzt.
Ortenau Journal: Haben Sie einmal ausgerechnet, wie viele Kilometer mit dem Auto oder Spritkosten Sie dadurch sparen?
Lukas Metzger: Nein, tatsächlich nicht. Aber es wäre spannend, das einmal genauer auszurechnen.
Ortenau Journal: Das JobRad ist steuerlich absetzbar. Wie viel lässt sich dadurch sparen?

Der JobRad-Campus in Freiburg. Foto: Christoph Düpper
Lukas Metzger: Beim Fahrradhändler wird einem das natürlich angezeigt, aber ich habe mir die Zahlen nicht gemerkt. Für mich war aber klar, dass sich das Modell lohnt.
Ortenau Journal: Das JobRad-Modell bringt mehr Nachhaltigkeit, mehr Gesundheit und finanzielle Vorteile. Gibt es überhaupt Schwachpunkte?
Lukas Metzger: Vielleicht höchstens die Frage am Ende der Laufzeit, ob man das Fahrrad übernimmt oder sich für ein neues entscheidet. Wenn man einen Nachteil suchen möchte, dann vielleicht diesen Entscheidungsprozess.
Ortenau Journal: Ein Modell wie JobRad erhöht die Arbeitgeberattraktivität. Wird im Europa-Park aktiv für Dienstrad-Leasing geworben?
Lukas Metzger: Ja, auf jeden Fall. Wir nutzen das aktiv als Benefit im Recruiting. Über unsere Kommunikationskanäle und Mitarbeiter-Benefit-Programme ist JobRad überall integriert. Neue Mitarbeitende bekommen entsprechende Informationen von der HR-Abteilung und dort wird auch klar kommuniziert, dass man nach der Probezeit ein JobRad nutzen kann.
Ortenau Journal: Haben Sie Zahlen dazu, wie viele Mitarbeiter das Angebot nutzen?
Lukas Metzger: Inzwischen sind es rund 200 Kolleginnen und Kollegen, die das Angebot nutzen.
Ortenau Journal: Viele Mitarbeitende wohnen ja direkt in Rust oder der Umgebung.
Lukas Metzger: Genau.
Ortenau Journal: Wie sieht es mit Mitarbeitern aus Frankreich aus? Ist das ein großer Anteil?
Lukas Metzger: Ja, definitiv. Tatsächlich liegt der Anteil französischer Mitarbeitender aktuell bei rund einem Viertel.
Ortenau Journal: Betreibt der Europa-Park aktives Recruiting in Frankreich?
Lukas Metzger: Ja, nicht nur in Frankreich. Wir sind mittlerweile in vielen Ländern aktiv und betreiben dort eigene Recruiting-Büros. Außerdem investieren wir stark in Mitarbeiterwohnungen und Wohnanlagen, inzwischen verfügt der Europa-Park selbst über Wohnraum für mehr als 1.500 Mitarbeitende.. Erst vor wenigen Tagen war beispielsweise Spatenstich für einen neuen Mitarbeiterwohnkomplex.
Ortenau Journal: Nutzen sie das JobRad auch für Fahrten direkt im weitläufigen Europa-Park?
Lukas Metzger: Es wäre natürlich schön, wenn ich auch im Park selbst mit dem Rad unterwegs wäre. Für ein E-Bike wäre das ideal. Allerdings nutzen unsere Mitarbeitenden im Park ausschließlich Dienstfahrräder. Das hat haftungsrechtliche Gründe, da diese Fahrräder dem Europa-Park gehören und auch von uns gewartet werden.
Das könnte dich auch interessieren:
WM schauen während der Arbeit? Arbeitsrechtsexperte Frank Strankmann erklärt die wichtigsten Regeln
Investition des Europa-Parks: Warum bezahlbarer Wohnraum für Unternehmen am Oberrhein so wichtig ist