Wirtschaft

Neuer Gewerbepark: bauwo startet 60 Mio.-Euro-Großprojekt auf ehemaligem Xella-Areal in Rheinau-Freistett

Gewerbepark Freistett Spatenstich
© Wolfgang Huber – Der Spatenstich von Geschäftsführer Rückert (3.v.l.) und seinen Mitstreitern für den Gewerbepark.
Mit dem Spatenstich ist der Startschuss für ein Großprojekt in Rheinau-Freistett gefallen: Auf dem früheren Xella-Areal entsteht ein moderner Gewerbepark mit zwei gewaltigen Hallen, Tunnelverbindung und Nachhaltigkeitskonzept. Der Investor bauwo Grundstücksgesellschaft investiert rund 60 Millionen Euro, wie Geschäftsführer Bernhard Rückert gegenüber dem Ortenau Journal erklärt. Er wirbt trotz jüngster Zurückhaltung der Wirtschaft u. a. um Logistikunternehmen. Der Markt ziehe 2026 an.
Von Wolfgang Huber

Auf dem ehemaligen Xella-Gelände in Rhainau-Freistett entsteht ein neuer Gewerbepark mit zwei riesigen Hallen. Nun erfolgte der Spatenstich durch die Geschäftsleitung des Projektträgers bauwo Grundstücksgesellschaft aus Hannover auf der Baustelle im Beisein von zahlreichen Gästen und lokaler Prominenz. Zuvor hatte der Grundstücksentwickler Hagedorn aus Gütersloh das Gelände bis Anfang 2026 revitalisiert und baufertig an die bauwo übergeben. Das weitläufige Gelände lässt die Dimensionen des Projekts erahnen. Die ersten Stützen für Halle 2 sind bereits zu sehen. Mit der Fertigstellung rechnet bauwo bis Dezember 2026.

Durch einen Tunnel verbunden

Auf dem Gelände sollen zwei Baukörper (Gewerbehallen) mit einer Gesamtfläche von knapp 43.000 Quadratmetern entstehen. Das Gelände selbst hat eine Fläche von 82 Hektar. Die beiden Hallen werden durch einen Tunnel verbunden. Entlang der Straße Im Salmenkopf sind 171 PKW-Stellflächen vorgesehen. Wie Hagedorn-Sprecherin Judith Roderfeld auf Anfrage bereits im Januar 2025 bestätigte, werden die Immobilien nach DGNB (Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen) „Gold“ zertifiziert und ESG-konform errichtet.

Grünanlagen und Schallschutz

Zudem sollen, soweit möglich, alle Bestandsbäume erhalten werden, hieß es. Auf den Dächern der Gewerbehallen plant die bauwo Grundstücksgesellschaft eine riesige, etwa 35.000 Quadratmetern große PV-Anlage. Ebenfalls im Nachhaltigkeitskonzept enthalten ist die Fassadenbegrünung sowie Grünanlagen im Außenbereich und Schallschutzmaßnahmen. Bei den Abbrucharbeiten durch Hagedorn sei außerdem auf eine hohe Recyclingquote geachtet worden.

60 Millionen Euro-Investition

Die im vergangenen Jahr zirkulierende Bausumme von 35 Millionen Euro wurde seinerzeit von der bauwo nicht bestätigt. Wie jedoch Geschäftsführer Bernhard Rückert gegenüber dem Ortenau Journal nun bekannt gab, liegt die Investitionssumme sogar bei 60 Millionen Euro. Den Zeit- und Kostenrahmen halte die bauwo Rückert zufolge „eigentlich immer ein“. Überraschungen sehe er nicht: „Wir wissen immer genau, was wir bauen wollen – zusammen mit unserem Partner Köster GmbH als Generalunternehmer – und haben jede Menge Erfahrung mit solchen Projekten.“

Gewerbepark Freistett

Visualisierung des geplanten Gewerbe- und Logistikparks in Freistett. Abbildung: bauwo

LKW-Ladeinfrastruktur mitgedacht

Die Vermarktungsbemühungen laufen bereits. „Wir freuen uns, dass wir damit jetzt ein interessantes Investitionsumfeld bieten, das auch interessante Nutzer für den Standort anziehen wird“, sagt Rückert. In den 60 Millionen Euro sei jedoch noch nicht die Ladeinfrastruktur für LKW mit eingerechnet, über die man derzeit nachdenke.

„Deutliche Delle in 2025“

Aufgrund der anhaltenden Wirtschaftskrise würden sich Unternehmen mit Investitionen seit 2025 deutlich zurückhalten. Rückert: „Wir befinden uns gegenwärtig in der Nutzeransprache. 2025 haben wir dabei jedoch eine Delle festgestellt. Auch hier in Baden-Württemberg.“ Jetzt im Frühjahr 2026 komme jedoch wieder mehr Schwung in den Markt. Eine leichte Belebung der Konjunktur sei zu verzeichnen. Besorgt sei er deshalb nicht. Man habe in letzter Zeit auch an anderen Standorten schon erfolgreich vermietet.

Vielfältige Logistikbranche

Außer Unternehmen aus der Logistikbranche seien die Hallen aufgrund ihrer vielseitigen Nutzungsmöglichkeiten auch für produktionsnahe Unternehmen geeignet. „Die Logistik-Branche hat ja viele Bereiche. Z. B. die Textillogistik, die Warenlogistik, die Handelslogistik oder der Automotive-Bereich. Von daher können wir mit der Branche ein breites Spektrum abdecken“, so Rückert weiter. Aus heutiger Sicht ließe sich jedoch noch nicht sagen, wie am Ende der Nutzermix aussehen werde.

Ideale Lage des Standorts

Der Standort Rheinau-Freistett ist ideal. Er befindet sich unmittelbar an der Grenze zum benachbarten Elsass und die Autobahn A5 ist nur wenige Minuten entfernt. Dennoch würden laut Rückert die meisten Kunden schließlich aus dem deutschen Umfeld kommen. In Nordrhein-Westfalen und im Norden der Republik beobachte man, dass auch Anfragen von chinesischen Logistikern kommen. Aber für die Region Ortenau sehe er das momentan nicht.

Über bauwo

Die bauwo Grundstücksgesellschaft GmbH ist seit 1991 als inhabergeführtes Unternehmen am Markt tätig. Bisher hat bauwo nach eigenen Angaben mehr als 1,8 Millionen Quadratmeter Grundstücksfläche entwickelt und darauf knapp eine Million Quadratmeter Gewerbefläche realisiert, u. a. für Logistik, Büro- und Gewerbe und Hotels. Der Gewerbepark Rheinau-Freistett ist das erste Projekt der deutschlandweit aktiven bauwo in Baden-Württemberg. Das zuvor dort ansässige Porenbetonwerk von Xella wurde abgerissen.

Siehe auch hier:

bauwo-Chef rechnet mit der Fertigstellung des Gewerbeparks in Freistett in Q4 2026

Bürgerentscheid Offenburg: Breites Bündnis spricht sich für Erhalt des Flugplatzes aus – Ökologie im Fokus

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