Kreispolitik

Aufbruch nach historischem Wahldebakel: Ortenauer SPD stellt sich hinter Cademartori und Mesarosch

© SPD Ortenau – die beiden SPD-Kandidaten für den Landesvorsitz, hier in Offenburg.
Nach dem historischen Absturz der SPD bei der Landtagswahl sucht die Partei in Baden-Württemberg den Weg zurück zu alter Stärke. Die SPD Ortenau setzt dabei auf einen personellen Neuanfang und unterstützt die Bundestagsabgeordneten Isabel Cademartori und Robin Mesarosch als künftige Doppelspitze des Landesverbands. Aus Sicht des Kreisvorstands stehen beide für Aufbruch, Teamgeist und eine moderne Sozialdemokratie. Die Mitglieder entscheiden bis 15. Juni über die neue Führung.
Von Wolfgang Huber

Der Kreisvorstand der SPD Ortenau unterstützt die Kandidatur von Isabel Cademartori und Robin Mesarosch bei der Abstimmung zum Landesvorsitz der Partei. Noch bis zum 15. Juni können die SPD-Mitglieder in Baden-Württemberg über ihren neuen Landesvorsitz entscheiden. Als Doppelspitze stünden sie für den personellen und inhaltlichen Aufbruch, der für die Sozialdemokratie jetzt notwendig sei, schreibt der Kreisvorstand in einer Pressemitteilung.

Zurück zu alter Stärke?

Die SPD hatte bei der Landtagswahl ihr historisch schlechtestes Ergebnis in Baden-Württemberg erzielt. Seither ringt die Partei um eine neue Linie und will nun mit einer neuen Führung aus dem Tal der Tränen herauskommen. Die kommenden Jahre würden darüber entscheiden, ob sie im Südwesten zu neuer Stärke findet. Neue Stärke ist für die SPD im Ländle auch bitter notwendig. Das Ergebnis vom 8. März 2026, als die einst so stolze Sozialdemokratie hier lediglich 5,5 Prozent einfuhr und damit nur knapp den Wiedereinzug in den Landtag schaffte, stellt eine Zäsur dar.

Popularität von Willy Brandt

1972 konnte die Südwest-SPD von der Popularität ihres Bundesvorsitzenden und Kanzlers Willy Brandt profitieren und erreichte 37,6 Prozent. Noch bei der Landtagswahl 2001 konnte die Partei unter ihrer Kandidatin Ute Vogt 33,3 Prozent verbuchen. Seither geht es kontinuierlich bergab. Waren es 1992 noch 46 sozialdemokratische Abgeordnete in Stuttgart, sind es seit der letzten Wahl lediglich noch 10 Vertreter:innen im Parlament.

Saskia Ganter (SPD)

Die SPD-Kreisvorsitzende Saskia Ganter. Foto: SPD Ortenau

„Die beiden Kandidaten aus Mannheim und Sigmaringen verbinden politische Klarheit mit echter Nähe zu den Menschen“, wird die SPD-Kreisvorsitzende Saskia Ganter zitiert. „Sie hören zu, binden die Mitglieder in ihre Pläne zu den notwendigen Veränderungen ein und vertreten eine moderne Sozialdemokratie, die Antworten auf die vor uns liegende schwierige Zeit gibt.“

Zukunftsorientierung entscheidend

Aus Sicht der Ortenauer SPD würden beide Kandidaten genau die Mischung aus Erfahrung, politischer Glaubwürdigkeit und Zukunftsorientierung mitbringen, die für eine Neuaufstellung der Landespartei entscheidend sei. Mesarosch stehe seit Jahren als reichweitenstarke Stimme aus dem Ländlichen Raum für Digitalisierung mit sozialem Anspruch und für eine Politik, die gesellschaftlichen Zusammenhalt in den Mittelpunkt rückt. Cademartori verbinde wirtschafts- und industriepolitische Kompetenz mit einem sozialen Profil und einer überzeugenden Haltung für einen gerechten Fortschritt.

Robin Mesarosch und Isabel Cademartori. Foto: SPD Ortenau

„Teamgeist statt Lagerdenken“

Gerade in einer Zeit großer gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Veränderungen brauche die SPD Baden-Württemberg Vorsitzende, die unterschiedliche Perspektiven zusammenführen und neue Begeisterung entfachen. Der Kreisvorstand ist demnach davon überzeugt, dass Mesarosch und Cademartori dafür die richtigen Personen sind.

„Beide stehen für Teamgeist statt Lagerdenken und haben eine klare Vorstellung davon, wie eine moderne sozialdemokratische Zukunftserzählung aussehen kann“, so Ganter weiter. „Sie stehen auch für transparente Kommunikation und Professionalität, können Menschen motivieren und unserer Partei das Selbstbewusstsein zurückgeben, das notwendig ist, um sich für soziale Gerechtigkeit einzusetzen.“

Aufruf an die Mitglieder 

Mit ihrer Unterstützung wolle der Kreisvorstand ein klares Signal für Erneuerung, Geschlossenheit und eine starke sozialdemokratische Stimme auch in der Ortenau setzen. Der Vorstand ruft daher die Mitglieder im Kreis auf, Mesarosch und Cademartori ihr Vertrauen auszusprechen. Das Ergebnis der Mitgliederbefragung wird am 16. Juni bekannt gegeben.

Wolfgang Huber

Ortenau Journal-Chefredakteur Wolfgang Huber

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